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The Idaho Murders: Ein College-Albtraum — Netflix erzählt den Fall, den ein Schuldbekenntnis ohne Motiv beendete

Camille Lefèvre

Vier Studierende teilten sich ein gemietetes Haus an der King Road, am Rand des Campus der University of Idaho in Moscow, einer Stadt klein genug, dass man die Türen unverschlossen ließ. Madison Mogen, Kaylee Goncalves, Ethan Chapin und Xana Kernodle waren Anfang zwanzig und eng befreundet. In einer Nacht wurden alle vier in ihren Betten erstochen. Zwei weitere Mitbewohnerinnen waren wenige Meter entfernt und überlebten.

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The Idaho Murders: Ein College-Albtraum ist eine dreiteilige True-Crime-Dokuserie, die rekonstruiert, wie dieses Haus zur nationalen Obsession wurde. Sie will nichts aufklären: Der Verdächtige, Bryan Kohberger, hat sich bereits schuldig bekannt. Weil er die Taten gestand, statt vor Gericht zu gehen, tagte nie das Verfahren, das ein Motiv zu Protokoll gezwungen hätte. Die Serie ist der Bericht eines Falls, der sein Urteil erreichte und die Erklärung übersprang.

Sechs Wochen lang gab es nicht einmal einen benannten Verdächtigen, und in dieser Leere liegt ein Großteil der Geschichte. Kohberger promovierte in Kriminologie an der Washington State University jenseits der Staatsgrenze; die Ermittler kamen ihm langsam näher, über ein von Nachbarschaftskameras erfasstes Auto, Mobilfunkdaten und schließlich DNA an einer Messerscheide, abgeglichen per genematischer Genealogie. Verhaftet wurde er im Haus seiner Eltern in Pennsylvania.

Regie führt Skye Borgman, die die Opfer als Menschen im Bild hält, nicht als Aktenzeichen. Die Serie stützt sich auf beispiellosen Zugang zu Polizeimaterial und auf die Schilderungen der vier Familien — jene Erzählung, die sonst ein Prozess liefert, hier von denen gesprochen, die am meisten verloren. Produzent Joe Berlinger, dessen Ted-Bundy-Serie die Grammatik des Streaming-True-Crime prägte, hat hier nicht, wonach dieses Genre sucht: das Innere des Täters bleibt leer, weil kein Verfahren es je zutage förderte.

Der andere Gegenstand, nie so benannt, ist das Internet. Fast sofort benannten Hobby-Ermittler auf TikTok und in Foren Unbeteiligte, und Moscow lebte in dieser Belagerung: ein nationales Publikum, das die schlimmste Woche einer Gemeinde als Mitmach-Rätsel behandelte. Das Haus an der King Road ist inzwischen abgerissen, gegen den Willen einiger Familien. Bleibt ein Urteil, das festhält, wer — ohne je festzuhalten, warum.

The Idaho Murders: Ein College-Albtraum startet am 29. Juli bei Netflix, eine dreiteilige Doku-Miniserie von Skye Borgman mit Joe Berlinger als ausführendem Produzenten.

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