Kino

Adam Wingard schickt Adria Arjona als Scharfschützin gegen entfesselte Supersoldaten

Jun Satō

Eine Frau liegt im Sand, bernsteinfarbenes Glas vor den Augen, das Gewehr nach vorn gestreckt. Jenseits des Zielfernrohrs bewegt sich eine Einheit von Soldaten, die die Armee erschuf und dann verlor, auf das Einzige zu, das der Frau noch zu schützen bleibt. »Onslaught« beginnt mit dieser Geometrie: eine einzelne Schützin, ein weiter Horizont und ein Gegner, gebaut, um die Distanz zu schließen.

Der Film ist Adam Wingard und Simon Barrett auf offenem Feld. Ihre früheren Arbeiten hielten die Gewalt in Innenräumen, in Fluren und Wohnzimmern, wo die Bedrohung ein Gesicht und Manieren hatte. Hier ist der Raum Wüste, und die Bedrohung wurde hergestellt. Adria Arjona trägt das Bild als Celeste, die Scharfschützin — weniger Actionfigur als Fixpunkt, zu dem der Film immer wieder zurückkehrt, ruhig, während alles um sie herum beschleunigt.

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Die Besetzung liest sich als Reihe bewusster Kontraste. Dan Stevens, der Wingard schon einmal seine kontrollierteste Bedrohung gab, kehrt als Hans Kammler zurück; Rebecca Hall spielt Hanna Kammler, den Kopf hinter dem Programm. Michael Biehn — der Schütze einer früheren Generation des Science-Fiction-Actionkinos — steht als Baylor am Rand des Bildes, eine Besetzung, die für Herkunft und nicht für Neuheit argumentiert. Drew Starkey und Reginald VelJohnson füllen die menschliche Mitte. Und der Supersoldat namens The Butcher ist der Kampfsport-Champion Alex Pereira, ein Körper, besetzt für das, was er kann, nicht für das, was er sagt.

Wingard hat sich zwischen Registern bewegt — dem engen Home-Invasion-Film, dem großen Monsterspektakel — und die durchgehende Linie war stets die Kontrolle über den Ton. Seine beste Arbeit weiß genau, wie ernst sie sich nehmen muss, und wann eine ernste Miene reißen darf. »Onslaught« ist die Probe, ob dieser Instinkt einen geradlinigen Wüsten-Actionfilm übersteht, in dem die Freuden einfach sein sollen und die Bilder sich nirgends verstecken können.

Der Trailer verkauft Oberfläche vor Handlung: sonnenverbrannte Totalen, die bernsteinfarbenen Gläser, Mündungsfeuer gegen flaches Licht geschnitten. A24 hat Jahre damit verbracht, Genre nach Autorenhand aussehen zu lassen, und die Wette ist dieselbe wie stets — dass eine B-Movie-Prämisse, mit Zurückhaltung gefilmt, zu etwas wird, das man wählt, statt es zu dulden. Die Wüste ist das ganze Set. Was der Film mit Staub, Distanz und Hitze macht, ist seine eigentliche Ausstattung.

Bewiesen ist davon nichts. Die Prämisse vom entkommenen Supersoldaten gehört zu den abgenutztesten des Genres, und eine Mutter, die ihr Kind schützt, ist der älteste Motor, den ein Actionfilm besitzt. Der Ruf eines Studios für Geschmack macht einen Film nicht immun gegen seine eigene Logline, und der Slogan — sie haben ihre tödlichste Waffe auf uns losgelassen — verspricht genau den Pulp, dem der Film entkommen muss. Ob Wingard und Barrett ein Argument in der Hatz finden oder die Hatz nur disziplinierter inszenieren, als die Prämisse verdient, sagt das bisherige Material nicht.

Adria Arjona takes cover with a rifle as a super-soldier looms in Onslaught directed by Adam Wingard 2026
Adria Arjona in Onslaught (2026)

Zur Hauptbesetzung gehören Adria Arjona, Dan Stevens, Rebecca Hall, Michael Biehn, Drew Starkey, Reginald VelJohnson, Eric Wareheim und Alex Pereira. Wingard inszeniert nach einem Drehbuch, das er mit seinem langjährigen Mitstreiter Simon Barrett schrieb. A24 produziert und verleiht, gemeinsam mit Ryder Picture Company, Lyrical Media und 828 Productions. Der Film läuft schlanke 92 Minuten.

In Deutschland startet »Onslaught« am 3. September 2026 in den Kinos. Zweiundneunzig Minuten Wüste, Glas und Gewehrfeuer — ein A24-Actionfilm, der darauf setzt, dass die älteste Prämisse des Genres noch einen sauberen Schuss übrig hat.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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