Filmkritiken

Buffaloed (2020): Zoey Deutch als Inkassokämpferin, die Buffalo nicht aufgibt

Veronica Loop

Buffalo, New York, ist keine Stadt der zweiten Chancen — es ist eine Stadt, in der die erste Chance von Anfang an mit einer Preisschildklausel versehen ist. Buffaloed (2020) beginnt mit dieser Erkenntnis und verlässt sie nie. Regisseurin Tanya Wexler zeigt eine Stadt, die ihren Ärmsten genau so viel gibt, dass sie überleben — aber nie genug, um zu entkommen.

Peg Dahl erhält die Zulassung zu einer Ivy-League-Universität. Dann kommt die Rechnung. Was folgt, ist keine Melodramatik — sondern eine präzise Analyse der Optionen, die übrig bleiben, wenn das legale System versperrt ist. Peg wird Inkassotreiberin, und sie wird die Beste in Buffalo. Brian Saccas Drehbuch verweigert ihr den moralischen Freispruch: Was sie tut, ist falsch — und es ist das Einzige, was funktioniert.

Zoey Deutch trägt diesen Film mit einer Energie, die ihre bisherige Karriere in den Schatten stellt. Peg ist scharf, rücksichtslos und außerordentlich kompetent. Die Szene, in der sie drei Telefonate gleichzeitig führt, während sie einer körperlichen Auseinandersetzung ausweicht, zeigt Deutch auf einem technischen Niveau, das in Independentproduktionen selten zu sehen ist. Judy Greer ergibt die nötige dramatische Gegenkraft mit einer Figur, die ihre eigene Geschichte mitbringt.

Wexler fotografiert Buffalo ohne Romantik. Die Stadt — industriell, kalt, baulich erschöpft — wird so gezeigt, wie sie ist: ein System aus Sachzwängen, das Peg keine andere Wahl lässt. Diese formale Entscheidung ist die stärkste des Films.

Buffaloed verschwand im Frühjahr 2020 im Hintergrund. Mit 7,0 von 10 Punkten: ein solide konstruierter Independentfilm, der mit einer außergewöhnlichen Hauptdarstellerin eine ehrliche Frage über den amerikanischen Traum stellt.

Regie

Tanya Wexler

Tanya Wexler

Besetzung

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