Kino

Disney macht Carol Choi zur Asien-Pazifik-Chefin – die Managerin hinter den lokalen Eigenproduktionen

Luke Kang geht nach 16 Jahren in den Ruhestand; Choi, seit 20 Jahren bei Disney, übernimmt Studios, Disney+ und lokale Produktion in der Region
Camille Lefèvre
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Hollywood hat Asien lange vor allem als Absatzmarkt für fertige Filme betrachtet. In den vergangenen Jahren hat The Walt Disney Company die Region zunehmend auch zu einem Ort gemacht, an dem eigene Geschichten entstehen: Das Studio setzte in Korea und Japan verstärkt auf Inhalte in den jeweiligen Landessprachen. Die Führungskraft, die nun mit der Leitung der Region betraut wird, hat diese Strategie vorangetrieben. Ihre Beförderung steht damit eher für Kontinuität als für einen Kurswechsel.

Carol Choi, derzeit Executive Vice President von Disney Asia Pacific, wird Luke Kang als Präsidentin für APAC ablösen. Das berichtete zuerst Deadline; Kang hatte seinen Rückzug in den Ruhestand angekündigt. Choi verantwortet künftig das gesamte Portfolio von Disney Entertainment in der Region: die Studios, Disney+, die Produktion lokaler Eigeninhalte, Konsumgüter, Mediennetzwerke und den Inhaltevertrieb. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst Großchina, Japan, Südkorea, Südostasien, Australien und Neuseeland.

Choi ist seit 20 Jahren im Unternehmen. Als Executive Vice President leitete sie das Studiogeschäft der Region, die Strategie für Originalinhalte und das integrierte Marketing. Zuvor war sie nach leitenden Positionen in Großchina Geschäftsführerin für Japan und Korea. Als sie 2025 den Japan-Posten an Tamotsu Hiiro übergab, würdigte das Unternehmen sie dafür, die Pläne und das Team für japanische Eigenproduktionen aufgebaut und in diesem Markt Rekorderfolge wie Inside Out 2, Deadpool & Wolverine, Moana 2 und Mufasa: The Lion King erzielt zu haben. Nach Angaben des Unternehmens trug sie außerdem dazu bei, Disney+ vor Ort einzuführen und auszubauen sowie langfristige Kooperationen mit führenden Filmschaffenden und Talenten aufzubauen.

Alan Bergman, Vorsitzender der Studios von Disney Entertainment, und Jimmy Pitaro, Vorsitzender von ESPN, bezeichneten Choi als „eine bewährte Disney-Führungskraft mit umfassender operativer Erfahrung, starkem Gespür für Kreativität und tiefem Verständnis für die Region“. Bei einer Position, zu deren Aufgaben nun auch die Entscheidung gehört, welche lokalen Geschichten umgesetzt werden, ist die Reihenfolge dieser Anerkennung bemerkenswert. Choi beschrieb ihre neue Aufgabe in ähnlichen Worten: „In Asien-Pazifik leben einige der leidenschaftlichsten Fans und dynamischsten Kreativgemeinschaften der Welt.“

Kang, der nach 16 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand geht, kam 2011 als Geschäftsführer für Korea zu Disney und leitete später das Geschäft in Großchina und Nordasien. Als APAC-Präsident beaufsichtigte er den Start von Disney+ in der gesamten Region sowie den Einstieg des Studios in die Produktion lokaler Inhalte in mehreren Märkten, darunter Korea und Japan. „Gemeinsam haben wir unser Geschäft gestärkt und die Reichweite von Disneys Geschichten und Marken vergrößert“, sagte er. Choi sei bestens aufgestellt, um „APAC in die nächste Wachstumsphase zu führen“.

Choi tritt ihren neuen Posten am 1. Dezember an. Das Team für japanische Eigenproduktionen, das sie aufgebaut hat, und die regionale Inhaltsstrategie, die sie als Executive Vice President leitete, stehen nun unter der Verantwortung ihrer eigenen Architektin: Disneys Wette darauf, Geschichten in Asien zu produzieren, statt sie dort lediglich zu verkaufen, wird künftig von der Führungskraft gesteuert, die sie entworfen hat.

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