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Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt, der Film, in dem Sam Raimi die Kamera von der Leine ließ

Jun Satō

Das Monster in Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt ist weder das Buch noch das Ding im Keller. Es ist die Kamera. Sam Raimi schraubt sie auf eine Holzlatte, rennt damit durch den Wald, schleudert sie durch die Bäume und lässt sie auf die Hütte zurasen wie etwas, das Hunger hat. Der Film ist um diese Bewegung herum gebaut. Alles andere — das Blut, die Gags, das Schreien — hängt an einem Rahmen, der sich weigert, stillzuhalten. Genau dieser Instinkt ist es, warum das Bild noch immer modern wirkt, während die meisten seiner Nachahmer wie Inventar aussehen.

Das Gerüst ist bewusst dünn. Ash ist zurück in der abgelegenen Hütte, das Buch der Toten wird erneut laut vorgelesen, und der Wald erwacht. Bruce Campbell spielt ihn über weite Strecken nahezu allein — ein Mann im Kampf gegen den Raum, die Wände und schließlich seine eigene rechte Hand. Raimi, der das Drehbuch gemeinsam mit Scott Spiegel schrieb, behandelt die halb erinnerte Handlung des ersten Films als Startbahn statt als Geschichte: ein Mittel, Ash in die Isolation zu treiben, bei Bewusstsein zu halten und für neunzig Minuten physischer Bestrafung verfügbar zu machen. Die Fortsetzung erklärt nicht. Sie beschleunigt.

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Die Kamera als Kreatur

Raimi begann mit Kurzfilmen unter Freunden, und das Rig, mit dem er hier bekannt wurde — die Kamera auf ein Stück Bauholz montiert, von zwei Personen im Sprint getragen — verwandelt den Dämon in reinen Point of View. Man sieht ihn nie. Man wird er. Mit Peter Deming hinter der Linse findet der Film beständig niedrige, schnelle, weitausholende Einstellungen, die eine konventionellere Produktion nie gewagt hätte: der Boden, der heranrast, die Decke, die sich neigt, der Wald, der auf Knöchelhöhe vorbeifliegt. Das Bild leistet die Arbeit, die sonst ein Kostüm übernimmt — billiger, schneller und mit mehr Bedrohlichkeit.

Bruce Campbell als Ash Williams und die Überlebenden der Hütte in Tanz der Teufel 2 - Jetzt wird noch mehr getanzt (1987), Regie Sam Raimi
Die in der Hütte gefangenen Überlebenden in Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt (1987).

Komödie im Takt des Horrors

Was Raimi hier fand und was der Film im Genrevokabular verankerte, ist ein Register, das Kritiker später »Splatstick« nannten — Horror im Rhythmus der Slapstick-Komödie. Das Blut kommt in Comicvolumen und unwahrscheinlichen Farben; das Timing gehört den Three Stooges; die Gewalt ist choreografiert, um im selben Schlag zu erschrecken und zum Lachen zu bringen. Campbell ist das Instrument für all das. Der Kampf mit seiner eigenen besessenen Hand, das lachende Zimmer, in dem das Mobiliar über ihn herfällt, die Kettensäge am Stumpf — das sind Darbietungen, keine Effekte. Sie verlangen einen Körper, der bereit ist, für den Gag quer durch das Set geworfen zu werden.

Klang, Oberfläche, Handwerk

Was am wenigsten altert, ist die Textur. Die Deadites sind Prothesen und Stop-Motion; die Wiedererweckungen stolpern und taumeln mit einem handgemachten Gewicht, das kein sauberes Rendering je erreicht hat. Joseph LoDuca vertont das Ganze wie große Oper — volles Orchester, schwellend und aufrichtig, ohne jede ironische Distanz zur Absurdität darunter. Der Abstand zwischen dem Ernst der Musik und dem Mutwillen des Bildes ist gleichzeitig der Witz und das Können. Der Film glaubt an seine eigenen Oberflächen und verlangt, dass man sie als Oberflächen genießt.

Warum der Film bleibt

Tanz der Teufel 2 ist eine Fortsetzung, die ihr Original halb neu erfindet und am Ende übertrifft, weil sie genau weiß, was sie ist, und sich ohne Entschuldigung dazu bekennt. Sie machte Ash zur Ikone, gab dem Horror-Comedy-Genre seine Grammatik und trug Raimis kinetisches Auge direkt in alles, was er danach drehte — bis hin zu den Studioformaten seines späteren Werks. Zieht man den Nebel und das falsche Blut ab, bleibt eine Lektion in Ökonomie: Gib der Kamera etwas, das sie will, lass sie sich bewegen — und das Genre ordnet sich um sie herum neu.

Regie

Sam Raimi

Sam Raimi

Besetzung

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