Kino

Ludovica Francesconi tauscht Netflix-Romcom gegen ein mit dem iPhone gedrehtes Roadmovie in Marokko

Der ‘Sul più bello’-Star setzt seine Festival-Glaubwürdigkeit auf ein karges, mit dem iPhone 17 gedrehtes Marokko-Drama
Liv Altman

Ludovica Francesconi wurde in Italien als Gesicht von Sul più bello bekannt, jener glänzenden Teenie-Romantiktrilogie, die Netflix zu einem paneuropäischen Romcom-Franchise machte. The Fate of the Bee ist das bewusste Gegengewicht: ein karges italienisch-marokkanisches Roadmovie, überwiegend mit einem iPhone 17 gedreht, eine Schauspielerin, die Franchise-Sichtbarkeit in Autorenkapital verwandelt, bevor diese Währung an Wert verliert. Einen Spielfilm mit einem Konsumenten-Handy zu drehen ist längst kein Gag mehr — Sean Bakers Tangerine und Steven Soderberghs Unsane haben die Grammatik früh festgelegt —, doch hier ist die leichte Ausrüstung das Argument, nicht die Neuheit.

Unter der Regie von Toni Trupia, nach einem gemeinsam mit Enrico Saccà verfassten Drehbuch, folgt der Film Emma, einer jungen Frau, die erfährt, dass der Mann, der sie großgezogen hat, nicht ihr leiblicher Vater ist. Ihre Suche nach der Wahrheit wird zu einer Reise durch Marokko, einer Coming-of-Age-Erzählung über Identität, Freiheit und Familie, die das Land als moralische Landschaft und nicht als Postkarte behandelt.

Das iPhone 17 in den Händen von Kameramann Paolo Ferrari passt zu dieser Intimität: ein Team, leicht genug, um dem natürlichen Licht durch marokkanische Gassen und Wüste zu folgen, ohne dass ein Technik-Lkw die Geschichte bremst. Die Technik wirkt weniger als Spielerei denn als Ökonomie — ein Weg, einen grenzüberschreitenden Independentfilm im Tempo seiner Protagonistin zu bewegen. Gewicht verleiht dem Projekt in der Postproduktion Simona Paggi, die für Das Leben ist schön oscarnominierte Editorin, deren Mitwirkung ein ernsthaftes Vorhaben und kein Experiment signalisiert.

Luca Lionello, Giuseppe Scoditti und der marokkanische Schauspieler Ayoub Missioui vervollständigen ein Ensemble, das lokale Talente einbindet, statt Marokko als Kulisse zu behandeln. Wie Deadline zuerst berichtete, ist die Postproduktion nun abgeschlossen und erste Bilder wurden veröffentlicht, die den Film als Visitenkarte einer gewissen agilen europäischen Koproduktion präsentieren.

Hauptproduzent Ivo Romagnoli verhandelt mit der Koproduzentin Michela Scolari mit Festivals über einen Platz noch in diesem Jahr; Kostümbildner Alessandro Lai und Szenenbildnerin Rachele Meliadò vervollständigen das technische Team.

Ein Franchise-Star, ein Handy, das die meisten ihrer Fans ohnehin besitzen, und ein Titel, entlehnt von etwas Kleinem und leicht Zerdrückbarem — die Wette lautet, dass eine Festivaljury den Unterschied nicht bemerken wird oder nicht bemerken will.

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