Kino

Feige plant einen Live-Action-Miles-Morales – doch den Zeitplan bestimmt Sonys animiertes Spider-Verse

Veronica Loop

Das Multiversum hat Spider-Man nachhaltig verändert: Aus einer einzelnen Figur wurde ein Franchise austauschbarer Masken, und die Person hinter der Maske ist nun eine Frage des Zeitplans, nicht des Schicksals. Kevin Feiges jüngste Äußerungen bestätigen, dass Marvel die Rolle nun als Staffellauf plant – und dass Miles Morales der designierte nächste Läufer ist. Was Feige noch nicht kontrollieren kann, ist die Übergabe des Staffelstabs, denn dieser Zeitplan gehört einem anderen Studio.

Wie Deadline berichtete, war der Chef von Marvel Studios ungewöhnlich direkt in seiner Absicht. „Aber ja, wir haben definitiv Pläne“ für einen live-action Miles, sagte er und stellte die Ankunft der Figur als Frage des Wann, nicht des Ob. Er ging noch weiter auf die Form des Programms ein und erklärte, dass er und Produzentin Amy Pascal bereits „eingehende Gespräche darüber geführt haben, worum es in den nächsten zwei, drei, vier und fünf Spider-Man-Filmen gehen könnte.“ Das ist nicht die Sprache eines vagen Wunsches; es ist ein Studio, das ein Jahrzehnt plant.

Die Zuversicht läuft direkt in eine Unternehmensmauer. Sony besitzt die Filmrechte, die das animierte Spider-Verse ermöglichen, und hat Marvel angewiesen, sich von einem live-action Miles fernzuhalten, solange die eigene Version noch unterwegs ist. Feige sind faktisch die Hände gebunden, bis Sonys Trilogie abgeschlossen ist – ein seltener Fall, dass der mächtigste Produzent des Blockbuster-Kinos auf den Veröffentlichungsplan eines Konkurrenten wartet, statt seinen eigenen zu setzen.

Die Vorsicht ist dem Preis angemessen. Miles Morales, 2011 erschaffen und 2018 durch den Oscar-prämierten Into the Spider-Verse und dessen Sequel von 2023 in den Mainstream katapultiert, ist der wertvollste neue Spider-Man des Jahrhunderts, und ein live-action-Debüt würde ihn zum ersten afro-lateinamerikanischen Hauptdarsteller machen, der die Maske auf der Leinwand trägt. Für Marvel ist er zudem der sauberste Weg zu einem Generationenwechsel von Tom Hollands Peter Parker, dessen eigener Bogen sich dem Ende zuneigt. Zwei Studios, eine Figur und ein Nachfolgeplan, den keines allein umsetzen kann.

Das Tor ist ein Datum. Spider-Man: Beyond the Spider-Verse, das Finale der animierten Trilogie, ist für den 18. Juni 2027 angesetzt, und nichts live-action bewegt sich, bevor es die Startbahn freigemacht hat. Marvel hat, nach Feiges eigenen Angaben, bereits fünf Filme der Spider-Man-Zukunft entworfen. Die eine Figur, die es am meisten will, bleibt vorerst Sonys Freigabe überlassen.

Schlagwörter: , , , , ,

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.