Kino

Feige macht Marvels vergebliche Jagd auf Adam Driver zum Running Gag – während die X-Men-Gerüchte brodeln

Camille Lefèvre

Die moderne Superhelden-Ökonomie folgt einem Gesetz der Unvermeidbarkeit: Gib der Zeit nur genug davon, und irgendwann unterschreibt fast jeder ernsthafte Schauspieler einen Marvel-Vertrag – von Oscar-Preisträgern bis zu den Gesichtern des Prestige-Fernsehens. Adam Driver ist die Ausnahme, die die Regel immer wieder bestätigt. Kevin Feige hat nun mit der müde-heiteren Gelassenheit eines Mannes, der aufgehört hat, auf eine andere Antwort zu hoffen, eingeräumt, dass der mächtigste Executive des Franchise-Kinos seinen meistgewünschten Verweigerer nicht zum Zusagen bewegen kann.

Im Podcast Happy Sad Confused von Josh Horowitz behandelte Feige die lange Werbung des Studios um Driver weniger als Enttäuschung, sondern vielmehr als hausinternes Ritual. „Es ist kein Geheimnis, dass wir gerne mit ihm arbeiten würden“, sagte er, bevor er die Pointe setzte: Es sei inzwischen „eine Tradition, mit ihm zu zoomen – und dann sagt er ab.“ Driver sei, fügte er hinzu, „normalerweise sehr offen, wie er sich fühlt“ – höflich, direkt und durchgängig desinteressiert.

Die Ablehnung ist keine Franchise-Phobie. Driver verbrachte drei Filme als Kylo Ren und verankerte damit Disneys andere Galaxien-Säule, also ist die Abneigung spezifisch, nicht snobistisch. Seine Instinkte ziehen ihn zu Autorenfilmern – Noah Baumbach, Leos Carax, Ridley Scott, Michael Mann, Jim Jarmusch – und zu Rollen, die auf Risiko gebaut sind, nicht auf Veröffentlichungsplan-Mathematik. Jedes Mal, wenn Marvel ihm ein Universum anbietet, scheint Driver den kleineren, seltsameren Film zu wählen. Die Serien-Werbung des Studios ist de facto zu einem Kompliment geworden, das er immer wieder ausschlägt.

Feiges Achselzucken fällt mitten in eine Gerüchteküche, die es teils entkräftet. Seit Wochen setzen Fan-Berichte Driver in Marvels kommendes X-Men-Reboot – mal als Magneto gehandelt, mal als den Genetiker-Bösewicht Mister Sinister – mit Jake Schreier als Regisseur des ersten Mutanten-Ausflugs unter dem Disney-Banner. Feige bestätigte die Spekulation weder, noch begrub er sie; er deutete sie lediglich als ein weiteres Zoom-Gespräch um, das vermutlich so enden wird wie alle anderen.

Der X-Men-Film hat noch kein Veröffentlichungsdatum und keinen angekündigten Cast, und Drivers eigener Terminkalender weist in andere Richtungen – hin zu regiegetriebenen Projekten statt kostümiertem geistigem Eigentum. Ob Schreiers Reboot das Muster endlich durchbricht, ist vorerst eine Frage, die nur Driver beantworten kann – in der Regel, indem er nicht antwortet.

Für ein Studio, das es gewohnt ist, Hollywood nach seinem Zeitplan zu biegen, hat der running gag eine ungewohnte Form: Marvel schickt weiterhin die Einladung, und Adam Driver lässt sie ungelesen.

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