Filmemacher

Ridley Scott, der Filmemacher hinter Alien und Blade Runner, der keine Pause kennt

Penelope H. Fritz

Die zwei Filme sind nicht mehr wegzudenken. Die Gänge der Nostromo — industrieller Schmutz, Kondenswasser auf Metall, das Ding in der Luft, das man nicht lokalisieren kann, bis es zu spät ist. Die nassen Straßen eines zukünftigen Los Angeles, in Neonlicht getaucht und dauerhaft verregnet, wo ein möglicherweise menschlicher Mann Männer jagt, die es definitiv nicht sind. Alien und Blade Runner entstammen derselben visuellen Vorstellungskraft — und beide kamen als kommerzielle Misserfolge ins Kino. Der Regisseur, der sie gemacht hat, hat die letzten vier Jahrzehnte damit verbracht, auf diesem Widerspruch aufzubauen.

Scott wuchs in einer Militärfamilie in South Shields an der Nordostküste Englands auf. Das West Hartlepool College of Art und das Royal College of Art in London machten ihn zum Grafikdesigner und Art Director. Er lernte Komposition in Standbildern, bevor er in Bewegtbildern dachte. Seine frühe Karriere baute er nicht in Filmschulen auf, sondern in der Werbung, wo er Tausende von Spots drehte und eine visuelle Dichte entwickelte, die zu seiner Handschrift werden sollte: Bilder, die Bedeutung transportieren, ohne Worte zu benötigen.

Zum Spielfilm kam er spät und mit Bedacht. Die Duellisten (1977) gewann die Jury-Auszeichnung für das beste Erstlingswerk in Cannes. Alien folgte zwei Jahre später. Es brauchte die Heimvideo-Ära und mehrere Director’s-Cut-Fassungen, bis Blade Runner das Publikum fand, das seinem heutigen Ruf entspricht. Bei seinem Kinostart 1982 deckte der Film kaum seine Produktionskosten.

Die 1980er-Jahre verliefen ungleichmäßig. Thelma & Louise (1991) brachte die kritische Diskussion zurück und brachte Scott seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur. Gladiator (2000) löste, zumindest kommerziell, das ein, was Blade Runner offengelassen hatte: fünf Oscars, darunter Bester Film. Den Regie-Oscar gewann in jenem Jahr Steven Soderbergh für Traffic.

Der stärkste Einwand gegen Scotts Werk ist, dass seine visuelle Ambition regelmäßig die Sorgfalt gegenüber dem Drehbuch übersteigt. Napoleon (2023) brachte das auf den Punkt: Französische Kritiker gehörten zu den Schärfsten. Gladiator II (2024) erntete ein ähnliches Urteil. Die Director’s-Cut-Fassung von Königreich der Himmel (2005) erhielt eine weit bessere Aufnahme als die Kinofassung. Scotts beste Filme existieren oft in einigem Abstand zu ihrer Erstfassung.

Dagegen steht: Blade Runner gilt heute als eines der kanonischen Werke der Filmgeschichte. Der Marsianer (2015), mit über 630 Millionen Dollar Welteinspiel sein erfolgreichster Film, bewies, dass Scott harte Wissenschaft in dramatischen Antrieb verwandeln kann.

Mit 88 Jahren bringt Scott im August 2026 einen neuen Film ins Kino. The Dog Stars, nach dem postapokalyptischen Roman von Peter Heller, mit Jacob Elordi, Josh Brolin und Margaret Qualley, ist seine Rückkehr zur Science-Fiction.

The Dog Stars startet am 28. August 2026.

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