Filmkritiken

Find Me Falling: Harry Connick Jr. glänzt in einem tonal unausgewogenen Durcheinander

Molly Se-kyung
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Das erste Bild von Find Me Falling ist überwältigend: Harry Connick Jr. steht als John Allman auf einer windgepeitschten Klippe auf Zypern, tief unter ihm tobt das Meer. Dieser Moment verspricht Innenschau, vielleicht sogar eine Wandlung. Leider gerät der Film bei dem Versuch, beides einzulösen, ins Straucheln.

Stelana Kliris’ romantische Komödie mit musikalischen Elementen erzählt von Allman, einem Rockstar, dessen jüngstes Album gefloppt ist. Er zieht sich in ein Haus an einer Klippe auf Zypern zurück – doch Besucher und eine alte Liebe, Sia (Agni Scott), stören bald seine selbst gewählte Einsamkeit. Die Ausgangslage bietet reichlich Stoff für eine Geschichte über die Wiedergutmachung einer Midlife-Krise. Doch Find Me Falling lässt sich nie ganz auf die emotionale Tiefe ein, die sein Ansatz verspricht. Kliris’ Regie wirkt oft unsicher und schwankt zwischen rührseligem Melodram und aufgesetzter Leichtigkeit, ohne je einen glaubwürdigen Ton zu finden.

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Connick Jr. verleiht Allman Gewicht – einem Mann, der sichtlich mit seiner Vergangenheit hadert und nicht weiß, was die Zukunft für ihn bereithält. Seine Darstellung bildet den Anker des Films und gibt einer Figur, die leicht ins Rührselige hätte kippen können, eine spürbare Erschöpfung und Sehnsucht. Connick Jr. ist schon lange ein unterschätzter Schauspieler; auch hier beweist er wieder, dass er mit einem einzigen Blick oder einem leisen Seufzer viel auszudrücken vermag. Als Allman Sia mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit konfrontiert, ist die Spannung greifbar. Connick Jr. bringt in Zeilen wie „Ich wusste es nicht“ das Gewicht jahrelanger Reue zum Ausdruck.

Scott wiederum überzeugt mit einer nuancierten Darstellung der Sia; sobald sie und Connick Jr. gemeinsam auf der Leinwand zu sehen sind, stimmt die Chemie. Ihr Wiedersehen, geprägt von ungesagter Vergangenheit und anhaltendem Groll, gehört zu den stärksten Szenen des Films. Besonders eindrucksvoll vermittelt Scott, wie sich Sias Angst und Sehnsucht unter einer Fassade kühler Distanziertheit verbergen. Als sie Allman schließlich gesteht, dass sie seine Karriere und die Aussicht auf ein Leben als Mutter abgeschreckt haben, wirkt dieser Moment noch lange nach dem Abspann nach.

Die Nebendarsteller tun sich dagegen schwer, für komische Entlastung oder emotionale Tiefe zu sorgen. Ali Fumiko Whitneys Melina, Sias Tochter und Allmans Tochter, von deren Existenz er unwissentlich erfährt, muss einige der holprigsten Dialoge des Films sprechen. Sätze wie „Ich wusste schon immer, dass mein Vater berühmt ist“ wirken aufgesetzt und unnatürlich; Whitney gelingt es kaum, ihnen emotionale Wirkung zu verleihen. Clarence Smiths Jimmy, Allmans Manager, ist kaum mehr als ein dramaturgisches Hilfsmittel. Seine Szenen wirken angehängt statt organisch in die Geschichte eingebunden. Die humoristischen Einlagen zünden nicht, und am Ende erscheint die Figur überflüssig.

Auch die Struktur des Films steht ihm im Weg. Kliris versucht, mehrere Erzählstränge miteinander zu verweben – die wiederauflebende Liebe, das Wiedersehen von Vater und Tochter sowie Allmans berufliche Krise –, doch die Nähte sind deutlich zu sehen. Sobald sich der Fokus von Allman und Sia wegbewegt, gerät das Tempo ins Stocken. Die Auflösung im letzten Akt wirkt überhastet, als habe Kliris sich nicht entscheiden können, welche Handlung Vorrang haben soll. Besonders unausgereift ist der Nebenstrang um Anna (Athina Roditou), eine schwangere Frau, die Allman davon abhält, von der Klippe zu springen. Ihre Figur wird mit wenig Vorbereitung eingeführt und mit noch weniger Konsequenz wieder aus der Geschichte geschrieben – ihr Handlungsbogen bleibt unbefriedigend.

Dennoch hat Find Me Falling durchaus seine Stärken. Zypern erweist sich als eindrucksvoller Schauplatz: Die sonnenüberfluteten Landschaften bilden einen starken Kontrast zu Allmans innerem Aufruhr. Kliris nutzt die natürliche Schönheit der Insel geschickt und fängt in ihren Einstellungen atemberaubende Ausblicke und die zerklüftete Küste ein. Auch der Soundtrack ist ein Pluspunkt: Connick Jr.s Stimme verleiht den eigens für den Film geschriebenen Songs Gewicht, und Klassiker wie „Antics“ sorgen für eine emotionale Resonanz, die dem Drehbuch bisweilen fehlt.

Das zentrale Thema des Films – der Versuch, die eigene Vergangenheit mit der Gegenwart in Einklang zu bringen – ist reizvoll. Doch Find Me Falling geht seiner Erkundung nie wirklich auf den Grund. Allmans Zweifel an seiner Karriere werden zwar angesprochen, aber nie näher beleuchtet; Sias Angst vor der Mutterschaft wird ähnlich oberflächlich behandelt. Die Versuche des Films, komplexe Themen aufzugreifen, sind durchaus lobenswert, scheitern letztlich aber an mangelnder Tiefe und Nuancierung.

Vergleiche mit anderen Filmen des Genres drängen sich auf – und in dieser Hinsicht schneidet Find Me Falling schlecht ab. Während es Filmen wie Begin Again oder Once gelingt, Liebesgeschichte, Musik und persönliche Entwicklung mühelos miteinander zu verbinden, wirkt Find Me Falling zerfahren und ziellos. Weil der Film mehrere Handlungsstränge unter einen Hut zu bringen versucht, findet er nie richtig seinen Rhythmus und hinterlässt den Eindruck einer verpassten Gelegenheit.

Letztlich ist Find Me Falling ein Film voller verpasster Chancen. Mit einem klareren Fokus auf die zentrale Liebesgeschichte und einem strafferen Erzähltempo hätte daraus etwas Besonderes werden können. So dürfte der Film vor allem Connick Jr.s eingefleischte Fans und Menschen ansprechen, die sich besonders für Zypern interessieren.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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