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GTA 6: Gelöschte PEGI-Einstufung beschreibt Enthauptungen und Drogen als Teil des Gameplays

Veronica Loop
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Wer die verschwundene PEGI-Seite zu Grand Theft Auto VI als Skandal liest, verkennt die Geschichte. An der Altersfreigabe hat sich nichts geändert. Rockstar hatte von Anfang an ein Spiel für Erwachsene geplant, und alle Ratingstellen, die sich bislang dazu geäußert haben, sind sich darin einig. Der gelöschte Text enthielt etwas, das in den offiziellen Einstufungen nie zu sehen ist: eine Beschreibung davon, wie die Spielmechaniken funktionieren, wenn man selbst spielt.

Das ist die eigentliche Nachricht – und sie ist für das Geschäft ebenso wichtig wie für den Inhalt. Eine Einstufungsbegründung kommt einem unabhängigen Bericht über ein Spiel, das außerhalb von Rockstar noch niemand gespielt hat, am nächsten. Diese hier verschwand, bevor jemand sie mit der ursprünglichen Seite abgleichen konnte.

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Was auf der gelöschten PEGI-Seite stand

GamesRadar+ entdeckte den Eintrag, IGN berichtete darüber, und nach seinem Verschwinden verbreiteten sich Screenshots. Dem Text zufolge stufte PEGI GTA 6 wegen „starker grafischer Gewalt, starker sexueller Themen und des Konsums illegaler Drogen“ ab 18 Jahren ein. Konkret wurde es bei den Details. Die Gewalt sei „blutig und äußerst realistisch; bestimmte Waffen können besonders schwere Verletzungen verursachen, darunter detaillierte Enthauptungen und Verstümmelungen“. Der Drogenkonsum sei „häufig und deutlich präsent“, und Spieler könnten „illegale Drogen direkt aus ihrem Inventar konsumieren“. Als Beispiel nannte PEGI Kokain, das die Spielfigur bei sich trägt und jederzeit aus der Hand schnupfen kann.

Die Seite verwies außerdem auf Sexszenen und „gelegentliche Darstellungen sexueller Fetische“ sowie auf einen Stripclub, in dem Spieler für private Tänze bezahlen und die Tänzerinnen berühren können. Aufgeführt waren auch Gewalt gegen Haustiere, häufige Kraftausdrücke, diskriminierende Sprache in Fernsehsendungen und Radioprogrammen im Spiel sowie die Möglichkeit, Gegenstände im Spiel zu kaufen.

Warum die US-Einstufung an GTA V erinnert

Vergleicht man das mit der nordamerikanischen Einstufung, hält die Lesart als Schockmeldung nicht stand. Das ESRB stufte GTA 6 mit M (Mature) ein – wegen Blut und drastischer Gewalt, intensiver Gewalt, schwarzem Humor, Nacktheit, drastischer Sprache, expliziter sexueller Inhalte sowie des Konsums von Drogen und Alkohol. Außerdem wurde auf In-Game-Käufe hingewiesen. Screen Rant merkt an, dass diese Liste der Hinweise mit der von Grand Theft Auto V identisch ist. Australiens R18+-Hinweis nennt „Gewalt mit starken Auswirkungen, Sexszenen und Drogenkonsum“. VICE weist darauf hin, dass dort „Sexszenen“ an die Stelle des schlichten „Sex“ in der GTA-V-Einstufung getreten ist, warnt aber zugleich, dass die neue Formulierung allein kein Beleg für ein expliziteres Spiel ist. Laut IBTimes UK sind die Kurzbeschreibungen von PEGI bereits im britischen PlayStation Store zu sehen.

Einstufungen ordnen Inhalte Kategorien zu. Sie helfen Eltern bei der Kaufentscheidung, sagen Spielerinnen und Spielern aber nicht, was sich verändert hat. PEGIs Text tat genau das. Wenn der Schaden von der Waffe abhängt und Gliedmaßen abgetrennt werden können, ist das ein Schadensmodell. PC Gamer sieht darin eine echte Abkehr von früheren GTA-Spielen, in denen Gewalt meist auf Blutlachen, Wundtexturen und Körper beschränkt war, die unter der Physik-Engine erschlafften. Drogen im Inventar, die jederzeit konsumiert werden können, sind eine Spielmechanik und keine vorgegebene Szene. Ob ein Rausch verändert, wie sich GTA 6 spielt, lässt sich bislang nicht sagen – und keine der verfügbaren Quellen gibt darauf eine Antwort.

Was bestätigt ist – und was nicht

Vorsicht ist angebracht. PEGI hat nicht erklärt, warum die Seite entfernt wurde, und Rockstar hat sich zu den Details nicht geäußert. IBTimes UK zufolge konnte das Medium den gelöschten Wortlaut nicht unabhängig überprüfen. Sowohl Gamereactor als auch Nerdly raten dazu, die Angaben als Berichte zu behandeln, bis PEGI die Seite wieder online stellt oder sich dazu äußert. Dass die Seite verschwunden ist, klärt nichts: Es macht den Text weder falsch noch endgültig.

Für Spielerinnen und Spieler ändert sich praktisch nichts. GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S; einen PC-Termin hat Rockstar nicht angekündigt. Die PEGI-Seite ging am 2. Oktober online, am 3. Oktober zeigte sie bereits einen Hinweis, dass sie nicht gefunden werden konnte. IGN bat PEGI um eine Stellungnahme, erhielt laut dem Bericht aber keine Antwort.

Rockstar hat mit seinen eigenen Trailern fast alles geprägt, was die Öffentlichkeit über GTA 6 weiß. Der erste externe Bericht darüber, wie sich das Spiel verhält, kam von einer Seite zur Altersfreigabe, die schon am Wochenende wieder verschwunden war. Der Hinweis auf dieser Seite, der den Geldbeutel der Spieler betrifft – die Kennzeichnung für In-Game-Käufe –, hat weniger Aufmerksamkeit bekommen als alles andere.

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