Kino

„Fünfzehn Tage sind für immer“ auf Netflix: fünfzehn Tage, ein Haus und der Junge, dem Felipe nie etwas gestand

Martha O'Hara

Das Licht von „Fünfzehn Tage sind für immer“ ist das eines brasilianischen Sommers, der das Haus nie ganz verlässt: Poolwasser, das an der Decke flimmert, ein Jugendzimmer voller Poster, das blaue Leuchten eines pausierten Bildschirms. Daniel Lieff filmt seine Teenagerromanze so, wie man die eigene Jugend in Erinnerung hat, zu hell und ein wenig stickig, und in diese geschlossene Welt tritt ein Junge, der dort nicht sein sollte.

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Auf Netflix verbringen Felipe und Caio zwei Wochen unter einem Dach, und diese fünfzehn Tage sind der ganze Film. Felipe (Miguel Lallo) ist ein schwuler Jugendlicher, der seinen Sommer als Festung gegen die Schule und ihre Schikanen gebaut hat; als seine Mutter den Nachbarssohn während eines Umbaus aufnimmt, zieht ausgerechnet der selbstsichere, beliebte Junge ein, in den er seit Jahren heimlich verliebt ist. Der Antrieb ist reinste romantische Komödie: die Person, mit der man nicht reden kann, in das eine Zimmer sperren, das man nicht verlassen kann.

Die eigentliche Distanz des Films liegt nicht zwischen Felipe und Caio, sondern zwischen Felipe und einem Spiegel. Er ist ein Junge, der im Schwimmbad das Shirt anbehält, der sich aus jedem möglichen Bild herausschneidet, und das Drehbuch ist bemerkenswert genau darin, wie diese Selbstzensur funktioniert: das Handtuch eine Sekunde zu lang gehalten, das Zögern am Beckenrand. Mehrere internationale Titel sagen es offen; die japanische Fassung heißt übersetzt „der Grund, warum ich im Pool ein Shirt trage“. Caios Aufmerksamkeit ist die Handlung; die wahre Frage ist, ob das Begehren eines anderen den eigenen Blick lockern kann.

Der Film adaptiert „Quinze Dias“, den Jugendroman, den Vitor Martins 2017 veröffentlichte und der in Brasilien längst ein Regalklassiker ist. Lieff arbeitet in einer eigenen Tradition — der geduldige Blick von „Am Ende eines viel zu kurzen Tages“, der Pop-Glanz von „Alice Júnior“ — auch wenn Netflix den Vergleich mit „Heartstopper“ verkauft. Débora Falabella, eines der bekanntesten Gesichter des brasilianischen Kinos, verankert als Mutter ein junges Ensemble; produziert wird von Conspiração Filmes. Und der Film verweigert das leichte Ende seines Genres: Ein erster Kuss sagt dir, dass du begehrt wirst, er lehrt dich nicht, deinen Körper ohne Wegsehen anzuschauen.

„Fünfzehn Tage sind für immer“ erscheint weltweit am 19. August bei Netflix, ein hundertminütiger Film von Daniel Lieff nach einem Drehbuch von Ray Tavares und Vitor Brandt. Er lief im Dezember auf der CCXP in São Paulo und im Juni in den brasilianischen Kinos, bevor er nun global startet. Für eine Geschichte über einen Jungen, der lernt, sich zeigen zu lassen, passt der Weg: Sie begann in einem vollen Saal daheim und tritt jetzt leise in Millionen geschlossene, sonnige Zimmer ein.

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