Filmkritiken

Abkürzung: Liguoris Creature-Film macht aus einem Schulbus eine clevere Falle

Veronica Loop

Abkürzung beginnt mit einem Schulbus und fünf Jugendlichen — eine Kombination, die im Horrorfilm eine gewisse Unvermeidlichkeit trägt. Das Überraschende: Alessio Liguoris Creature-Film holt aus diesem Ausgangspunkt mehr heraus, als das bescheidene Budget vermuten lässt. In Deutschland und Italien gedreht mit einem überwiegend britischen Cast, besetzt der Film jenen produktiven Raum zwischen dem Anspruch eines Autorenprojekts und den Zwängen einer reinen Genreveröffentlichung.

Die Prämisse ist effizient: Ein falscher Abzweig führt zur Begegnung mit einer Kreatur, die das Drehbuch von Daniele Cosci klug unerklärt lässt. Sobald der Bus zum Stehen kommt, verlagert Liguori die Geografie des Horrors nach innen. Das Fahrzeug selbst wird zur Falle des Monsters, und das Skript findet genug Variationen im engen Raum, um die Monotonie zu vermeiden, die Creature-Filme dieses Budgetniveaus typischerweise erledigt. Die Kreatur — praktisch gehalten, wo es darauf ankommt, durch digitale Effekte ergänzt statt ersetzt — hält über 80 Minuten echte Bedrohung aufrecht.

YouTube Video

Jack Kane führt einen Cast an, der die üblichen Horrorklischees navigiert, ohne sie auf bloße Funktion zu reduzieren. Kanes körperliche und emotionale Last im letzten Drittel des Films trägt er mit einer Standhaftigkeit, die das Genre selten honoriert. Zak Sutcliffe und Sophie Jane Oliver bringen genug Spezifik in ihre Rollen, damit das Ensemble bewohnt wirkt, nicht bloß zusammengestellt.

Was Abkürzung nicht ganz umgehen kann, ist die Genregrenze seiner Prämisse. Die Mythologie der Kreatur kommt spät und unvollständig — eine Frustration, die das Tempo des Films noch abfedert. Es gibt hier wenig, das die Grenzen des Creature-Films neu zieht.

Dennoch liefert Abkürzung genau das, was es verspricht: einen solide konstruierten Horrorfilm, der aus einem einzigen Schauplatz und einer einzigen Bedrohung intelligent Kapital schlägt. In 80 Minuten bekennt er sich ohne Entschuldigung zu seinem Genre und gibt Liguori eine Visitenkarte für die ambitionierteren Projekte, die folgen werden. Die 5,0 fühlt sich ehrlich an — sehenswert, effizient und vergesslich auf eine Weise, die das Genre am Leben erhält.

Regie

Alessio Liguori

Alessio Liguori

Besetzung

Schlagwörter: , , , , ,

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.