Kino

Die Novizin, Lauren Hadaways schonungsloses Debüt über eine Ruderin, die im Siegen verschwindet

Jun Satō

Manche Sportfilme handeln vom Gewinnen. Die Novizin handelt von dem viel Dunkleren darunter: dem Zwang, die Beste zu sein — nicht weil der Preis es wert wäre, sondern weil alles andere sich anfühlt wie aufzuhören zu existieren. Lauren Hadaways Spielfilmdebüt folgt Alex Dall, einer Studienanfängerin ohne besonderes Talent fürs Rudern, die ins Novizinnen-Team eintritt und Körper wie Geist zu Pulver zermahlt, um ins Spitzenboot zu kommen. Es ist ein Film über Ehrgeiz, gefilmt wie ein Horrorfilm — und eines der sichersten Debüts seines Jahrgangs.

Alex (Isabelle Fuhrman) ist der Typ Studentin, die eine längst bestandene Prüfung wiederholt, nur um das Brennen des Perfektionierens zu spüren. Kaum im Team, fixiert sie sich darauf, alle wegzurudern: die Mitstreiterinnen, die Uhr, den eigenen kollabierenden Körper. Aus ihren Jahren als College-Ruderin schöpfend, macht Hadaway das Bootshaus zur Druckkammer: Ergometer vor Morgengrauen, blutige Hände, der metronomische Schrecken der taktgebenden Stimme. Beim Aufstieg verliert Alex Freundschaften, eine zaghafte Romanze mit einer Tutorin (Dilone) und schließlich jede klare Grenze zwischen Disziplin und Selbstverletzung.

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Ein Debüt, das klingt wie kein zweites

Dass Die Novizin so überwältigend zu hören ist, ist kein Zufall. Bevor sie ein einziges Bild drehte, machte Hadaway Karriere im Ton — sie war Sound-Editorin bei Whiplash und arbeitete an der dröhnenden Maschinerie von Pacific Rim, Transformers und Justice League — und sie inszeniert Alex’ Besessenheit als Übergriff aus Atem, gleitenden Sitzen, klatschenden Riemen und einer nervösen Streicherpartitur von Alex Weston, die anzieht und nie löst. Kameramann Todd Martin filmt das Wasser als etwas zwischen Taufe und Ertrinken, und Cutter Nathan Nugent schneidet die Trainings zu einer fiebrigen Schleife, bis die Wiederholung selbst zur Bedrohung wird. Das Handwerk dekoriert hier nicht, es ist das Argument. So fühlt es sich an, in Alex’ Kopf zu leben.

Isabelle Fuhrman, bis ganz nach unten

Alles ruht auf Isabelle Fuhrman, und sie trägt es ohne das geringste Werben um Mitleid. Seit ihrer Kindheit bekannt aus Das Waisenkind, spielt sie Alex als geballte Faust: blitzweise komisch, furchterregend in ihrer Stille, vom echten Rudern der Rolle körperlich umgeformt. Sie lässt die Sucht-Logik in Alex’ Selbstbestrafung sichtbar werden, ohne sie je zur Lehre zu glätten. Amy Forsyth ist großartig als Jamie, die natürlich begabte Kameradin, deren Leichtigkeit schon Provokation ist, und Dilone liefert den einzigen Blick auf das Leben, das Alex hätte haben können, wenn sie je gelernt hätte aufzuhören. Die Tribeca-Jury verlieh dem Film ihren Hauptpreis des US-Kinos plus Auszeichnungen für Fuhrman und für Martins Kamera — im Rückblick genau richtig.

The Novice (2021)
The Novice (2021)

Whiplash auf dem Wasser

Die offensichtliche Linie ist Whiplash und Black Swan — das moderne Kino des sich selbst verbrennenden Perfektionismus — und Die Novizin verdient den Vergleich, statt ihm auszuweichen. Was sie davor bewahrt, abgeleitet zu wirken, ist, wie wenig ihr der Sport als Sport bedeutet. Kein triumphales Schlussrennen, keine Anzeigetafel-Katharsis, kein Coach, der Weisheiten verteilt. Hadaway interessiert nur die Pathologie: wie eine bestimmte Hochbegabte sich einen Krieg fabriziert, nur um etwas zum Gewinnen zu haben. Der Schluss kippt bewusst ins Surreale und tauscht Realismus gegen die Logik eines zerfallenden Geistes; manche werden finden, die Geschichte überschreite ihren eigenen Bruchpunkt. Diese Übertreibung ist der Preis ihrer Überzeugung.

Fazit

Die Novizin ist ein quälendes, mitreißendes Debüt: eng im Entwurf, unerbittlich im Temperament, getragen von einer Leistung, die in ein weit größeres Preisrennen gehört hätte. Er tröstet nicht und hat kein Interesse an der warmen Erbauung, die das Sportfilmregal sonst verspricht. Stattdessen bietet er etwas Selteneres: ein wahrhaft erschreckendes Porträt von Ehrgeiz als Krankheit, von einer Filmemacherin, die das Gefühl offenkundig von innen kennt. Suchen Sie ihn — und bringen Sie Nerven mit.

Regie

Lauren Hadaway

Lauren Hadaway

Besetzung

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