Filmkritiken

The Place of No Words: Mark Webbers Film über den Tod, gedreht mit seiner echten Familie

Liv Altman

Es gibt im Kino eine wiederkehrende Tradition — weniger ein Genre als ein menschliches Bedürfnis —, die eigene Familie zu verfilmen, um das auszudrücken, was konventionelles Erzählen nicht tragen kann. Roberto Rossellini filmte Ingrid Bergman auf Stromboli, während ihre Ehe zerbrach. John Cassavetes machte Gena Rowlands zum Gefäß für alles, was er nicht in Worte fassen konnte. Mark Webber setzte diese Tradition mit The Place of No Words auf besondere Weise fort: Er besetzte seinen echten Sohn Bodhi — damals noch ein Kleinkind — mit einer Aufgabe, die Sprache allein nicht tragen konnte: einem Gespräch über den Tod.

Webber schrieb, inszenierte, schnitt und spielte den Film gemeinsam mit seiner Frau Teresa Palmer, die auch als Produzentin fungierte, und ihrem Sohn Bodhi Palmer, der eine Version von sich selbst spielt. Die Prämisse ist kaum von den realen Einsätzen zu trennen: Ein Vater, der einem existenziellen Moment gegenübersteht, verarbeitet dies in einer fantastischen Quest. Gemeinsam mit Bodhi betreten sie eine verzauberte, mittelalterlich anmutende Welt, in der die Fragen eines Kindes über den Tod als Abenteuer neu gerahmt werden können. Das strukturelle Wagnis des Films ist, dass die Intimität real ist. Bodhi spielt keine Verletzlichkeit — er ist einfach da.

Die Kameraarbeit von Patrice Lucien Cochet schafft eine Atmosphäre zwischen mittelalterlichem Märchen und urzeitlichem Mythos: moosbewachsene Wälder, pelzbekleidete Gestalten im Zwielicht, ein Naturraum, der aus der Vorstellungskraft eines Kindes geformt scheint. Das Visuelle erinnert entfernt an The Fall und nordische Märchenillustrationen, am ehrlichsten aber an Beasts of the Southern Wild — ein weiterer Film, in dem die Natur zum Medium für erwachsene Trauer wird, gefiltert durch den unsentimental Blick eines Kindes.

Die Darstellungen funktionieren, weil sie nicht simuliert werden können. Bodhi Palmer bringt eine Unmittelbarkeit mit, die keine eingeübte Schauspielerei replizieren könnte. Teresa Palmer verankert beide: Ihre Mutterfigur ist der ruhige Pol, um den Fantasie und Trauer kreisen. Die Schwäche des Films sind seine Nähte — die Übergänge zwischen häuslicher Realität und fantastischem Register sind nicht immer stimmig. Aber Webbers Engagement für die radikale Ehrlichkeit, ein echtes Gespräch über den Tod zu verfilmen, überwiegt die Unebenheiten.

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