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(G)I-DLE setzt mit ‚We made‘ darauf, dass sechs Tracks ihre direkteste Botschaft tragen

Alice Lange

Das neunte Mini-Album von (G)I-DLE heißt ‚We made‘ — und der Titel ist das Argument. Sechs selbstproduzierte Tracks, von Anfang bis Ende — die direkteste Aussage, die die Gruppe je über ihre Identität gemacht hat. Soyeon, die die Produktion nahezu aller bisherigen Releases geleitet hat, bringt diese Rolle hier zu ihrer konsequentesten Schlussfolgerung.

Der Stimmungs-Trailer trägt den Titel ‚We made love at 1-613°‘ — eine Referenz auf den Schmelzpunkt eines bestimmten Metalls. Das Bild ist bewusst gewählt: etwas, das seine Form nicht durch Brechen, sondern durch Verflüssigen verändert.

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(G)I-DLE nehmen im K-Pop seit ihrem Debüt eine besondere Position ein. In einem Genre, das von Label-kontrollierten Produktionspipelines dominiert wird, bringt ihr Modell — Soyeon übernimmt Songwriting, Komposition und konzeptionelle Ausrichtung — die Gruppe einer Band im klassischen Sinne näher. Diese Besonderheit ist sowohl die Quelle ihres stärksten Materials als auch ihrer ambitioniertesten Versuche.

Die skeptische Lektüre liegt auf der Hand. Sechs Tracks bieten nicht viel Raum, um eine so deklarative These zu tragen. ‚Crow‘, ihre letzte Single, stieß tief in die Dunkelheit vor; ‚We made‘ kommt mit der Erwartung, diesen Zug zu vertiefen oder zu verkomplizieren. Ein so deutlicher Titel verlangt mehr als Konsistenz — er verlangt Überraschung.

‚Nxde‘, ‚Queencard‘, ‚Super Lady‘ — jedes markierte eine Wende. (G)I-DLE haben es bislang immer geschafft, ihrer eigenen Formel voraus zu bleiben, ohne das Publikum zu verlieren, das sie im vorigen Kapitel aufgebaut haben. ‚We made‘ ist das neunte Mal, dass sie das testen.

Das neunte Mini-Album von (G)I-DLE, ‚We made‘, ist heute erschienen. Sechs Tracks und ein pointierter Titel. Soyeons Produktionsthese liegt nun beim Hörer.

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