Musik

„Smoking Behind the Supermarket with You“: 57 Tracks als Score für die Stille

Alice Lange

Der Original-Soundtrack zu „Smoking Behind the Supermarket with You“, komponiert von Shin Kono und Sayaka Aoki über 57 Tracks hinweg, überträgt den erzählerischen Ansatz des Anime auf seine Filmmusik: kleine Gesten, anhaltende Aufmerksamkeit, nichts, das die Stille überwältigen würde, der sie dienen soll.

Der Anime erzählt von zwei Supermarkt-Kollegen, die sich beim Rauchen hinter dem Laden entdecken und aus einer heimlichen Angewohnheit die Grundlage für eine langsame, ungehetzte Beziehung machen. Die Serie gewann ihr Publikum, indem sie auf kleine Momente vertraute – eine Pause, eine Nähe – statt auf Handlungsmechanik. Ein Soundtrack mit 57 Stücken ist ein ungewöhnlich großes Engagement für eine Produktion dieses Formats, was nahelegt, dass die Komponisten mit derselben feinen Aufmerksamkeit arbeiteten, die auch das Storytelling erforderte.

Shin Konos Hintergrund umfasst Anime-Vertonungen, in denen Zurückhaltung eine kompositorische Strategie ist und nicht ein Mangel an Ambition. Die Zusammenarbeit mit Sayaka Aoki verteilt die emotionale Bandbreite des Albums auf zwei Stimmen – eine Entscheidung, die es dem Score erlaubt, die tonalen Verschiebungen der Serie zu begleiten, ohne dem Material, das sich bewusst lauten Tönen widersetzt, eine einzelne Persönlichkeit aufzudrücken.

Ob der Soundtrack auch als Hörerlebnis außerhalb der Serie funktioniert, ist schwer vorherzusagen. Musik, die darauf ausgelegt ist, in Szenen zu verschwinden, überlebt deren Entzug nicht immer. Last.fm verzeichnet derzeit nahezu null Abspielvorgänge, was mehr über die Reichweite des OSTs bei Nicht-Fans aussagt als über seine Qualität, aber auch darauf hindeutet, dass das Album bisher kein Publikum jenseits der bestehenden Fangemeinde der Serie gefunden hat.

Der Original-Soundtrack zu „Smoking Behind the Supermarket with You“ wurde am 9. September auf Spotify und den großen Streaming-Plattformen veröffentlicht. Ob 57 Titel, die dafür gemacht sind, in Szenen zu verschwinden, nun auch unabhängige Hörer für sich gewinnen können, liegt an dem, der sich entscheidet, sie abzuspielen.

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