Musik

Septicflesh veröffentlichen ‘The Great Mass’, zehn Tracks orchestralen Death Metals

Alice Lange

Mit ‘The Great Mass’ erzwingen Septicflesh eine Konfrontation, die das Genre gewöhnlich umgeht. Das Album bringt die schleifende Maschinerie des Death Metal und die vielschichtige orchestrale Schreibweise über zehn Titel hinweg in direkten Kontakt, wobei keines der Elemente als Hintergrund dient. Während die meisten schweren Platten, die auf klassische Arrangements zurückgreifen, die Orchestrierung für Stimmung oder Textur nutzen, weist ‘The Great Mass’ ihr strukturelles Gewicht zu: Die sinfonischen Linien tragen die melodische Logik, und die Metal-Instrumentierung treibt den Rhythmus und die physische Masse voran.

Diese Arbeitsteilung hebt das Album von der breiten Kategorie des Symphonic Metal ab. Das Genre hat eine lange Geschichte darin, Streicher und Chöre einzusetzen, um die Aggression des Death Metal zu mildern oder zu erhöhen – ‘The Great Mass’ tut weder das eine noch das andere. Die griechische Gruppe hat diese Kombination bereits in ihrem Katalog verfolgt, aber das Ausmaß und das kompositorische Engagement auf diesem Album übertreffen frühere Versuche. Das Ergebnis ist ein Album, das von beiden Enden seiner Quellen Aufmerksamkeit verlangt: Der Death Metal ist kompromisslos, und die orchestrale Schreibweise ist nicht dekorativ.

Der Genre-Kontext ist wichtig für alle, die mit den besonderen Anforderungen des symphonischen Death Metal nicht vertraut sind. Die Form erfordert zwei Arten von technischer Präzision, die selten nebeneinander existieren: die unnachgiebigen Ausführungsstandards des Death Metal und das kompositorische Vokabular der Orchestrierung. Die meisten Acts, die sich an diese Fusion wagen, neigen zu einer Seite – zugänglicher Symphonic Metal mit einer Death-Metal-Ästhetik oder reiner Death Metal mit orchestralen Zusätzen. Septicflesh arbeiten an der selteneren Schnittstelle, wo beide Formen tragend und nicht dekorativ sind.

Die Hörerzahlen spiegeln dieses Engagement wider. Über 55.600 Hörer und mehr als 1,3 Millionen Last.fm-Streams positionieren ‘The Great Mass’ als ein Album mit tiefer Katalogwirkung eher als mit chartnaher Sichtbarkeit – Zahlen, die auf wiederholtes Hören einer engagierten Hörerbasis hinweisen. Symphonic Death Metal hat eine besondere Stärke in europäischen Märkten, und die griechische Band nimmt eine eigenständige Position innerhalb des Genres ein: Der mediterrane Kontext verleiht ihrer Orchestrierung eine dunkle, strenge Qualität, die sich von der skandinavischen Seite des symphonischen Metal-Spektrums unterscheidet.

Die Ambition des Albums birgt eigene Risiken. Die produktionstechnische Herausforderung, die klangliche Dichte des Death Metal mit einer vollständigen Orchesterarrangement zu verschmelzen, erzeugt Momente, in denen die Schichten sich eher additiv als fusioniert anfühlen – Passagen, in denen die beiden Elemente denselben Raum teilen, ohne vollständig zu integrieren. Hörer außerhalb des Genres werden die Klangwelt beim ersten Hören wahrscheinlich undurchdringlich finden; das Album belohnt eher ausgedehnte Beschäftigung als sofortige Zugänglichkeit. Und ohne Spotify-Verbreitung bleibt der Fußabdruck schmaler, als es die tatsächliche Reichweite der Musik in ihren etablierten Märkten vermuten ließe.

‘The Great Mass’ ist ab sofort als Zehn-Titel-Veröffentlichung auf digitalen Plattformen erhältlich. Im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung wurden keine Tourdaten bestätigt.

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