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The Armory Show 2026: Yossi Milo und dreizehn Künstler darüber, was Objekte von der Zeit festhalten

Lisbeth Thalberg
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Was Yossi Milo auf der diesjährigen Armory Show vorschlägt, ist keine Frage des Mediums. Stand 302 der Galerie im Javits Center versammelt dreizehn Künstlerinnen und Künstler, die in Malerei, Fotografie, Skulptur, Keramik und experimenteller Fertigung arbeiten — Praktiken, die sich genug unterscheiden, um die übliche Gruppierungslogik zu durchkreuzen. Was sie verbindet, so die Galerie, ist etwas Materialeres als Stil: eine gemeinsame Aufmerksamkeit für Evidenz. Wie eine Oberfläche die Spur von dem bewahrt, was mit ihr geschah. Wie ein Objekt — von Hand gemacht, durch chemische Reaktion oder durch extrudiertes Metall — die Bedingungen seiner Entstehung bis in den Raum trägt, wo man ihm begegnet.

Zwei Künstlerinnen und Künstler treten zum ersten Mal mit Yossi Milo auf der Messe auf. Flora Temnouche, eine in Berlin lebende französische Malerin, geboren 1991, arbeitet von den Räumen aus, die sie bewohnt — häusliche Interieurs, die aus enger Beobachtung und mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos entstehen. Beeinflusst von Pierre Bonnards Lektüre des Wohnraums als psychologischem Territorium, verwandeln ihre Leinwände das wechselnde Licht und persönliche Gegenstände in Szenen, die zwischen Beobachtung und Erinnerung schwingen. Temnouche studierte an der Sorbonne und der Kunstakademie Düsseldorf und hat in Europa und den Vereinigten Staaten ausgestellt; The Armory Show markiert ihr Debüt mit der Galerie.

Portrait of painter Flora Temnouche
Portrait of Flora Temnouche. Courtesy of Galerie Philia / Benjamin Juhel

Das zweite Debüt ist Yonathan Moore, ein in Brooklyn lebender französisch-israelischer Architekt und Designer, dessen aktuelles Werk von einem einzigen industriellen Prozess ausgeht: der Aluminiumextrusion. Moore bemerkte, dass die Querschnitte extrudierter Aluminiumprofile — die verborgenen Rahmenkonstruktionen von Vorhangfassaden und die blumenartigen Wärmesenken im Inneren elektronischer Geräte — als gezeichnete Formen unbeabsichtigt schön sind, im Alltag jedoch als Infrastruktur verborgen bleiben. Sein proprietäres System, Flux Metal Drape, verwendet zwei maßgefertigte, ineinandergreifende Extrusionen, um kontinuierlich gewellte Metalloberflächen mit variierender Wellenfrequenz für Leuchten, Objekte und Rauminstallationen zu erzeugen. Moore schloss seine erste Einzelausstellung mit der Galerie zu Beginn dieses Jahres ab.

Portrait of designer and architect Yonathan Moore
Portrait of Yonathan Moore. Image: Yossi Milo

Rund um die beiden Debüts versammelt der Stand das breitere Programm der Galerie: Linus Borgo, Markus Brunetti, Ritsart Gobyn, Natia Lemay, Kathrin Linkersdorff, Meghann Riepenhoff, Alison Rossiter, Ibrahim Said, Shikeith und Zoe Walsh. Die Ansätze reichen von Meghann Riepenhoffs fotografischen Arbeiten, die durch direkten Kontakt mit Naturphänomenen entstehen, über Alison Rossiters Rettung abgelaufener Fotopapiere und Siikeith’s performancebasierte Bildwelten bis hin zu Markus Brunettis monumentaler Architekturfotografie. Was die Gruppe zusammenhält, so schlägt die Galerie vor, ist eine gemeinsame Aufmerksamkeit dafür, wie Materialien Zeugnis von Geschichte, Identität und Verwandlung anhäufen.

In den Galerieräumen in der 245 Tenth Avenue läuft derzeit Pierre Knops Einzelausstellung — Le Sacre Du Printemps — noch bis zum 17. Oktober. Der 1982 geborene französisch-deutsche Maler widmet sich in dieser, seiner dritten Einzelausstellung mit Yossi Milo, vollständig der Landschaft und entwickelt Kompositionen im Dialog zwischen Material, Geste und Gedächtnis. In der Ankündigung zitiert die Galerie den Künstler: „Meine Gemälde stellen keine äußere Realität dar, sondern eine innere.“ Mehrere Arbeiten aus der Serie sind auf Stand 302 zu sehen und stellen seine Landschaften in einen direkten Dialog mit dem übergreifenden Argument des Standes.

The Armory Show 2026 läuft vom 25. bis 27. September im Javits Center in New York, mit einer VIP-Vorschau am 24. September. Yossi Milo befindet sich in der 245 Tenth Avenue, New York; die Galeriezeiten sind Dienstag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr.

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