Kino

Elle Fanning: der langsame Weg zur Oscar-Nominierten

Penelope H. Fritz
Elle Fanning
Elle Fanning
Photo via The Movie Database (TMDB)
Geboren9. April 1998
Conyers, Georgia, USA
BerufSchauspielerin, Produzentin
Bekannt fürDer seltsame Fall des Benjamin Button, Maleficent – Die dunkle Fee, Maleficent – Mächte der Finsternis
AuszeichnungenOscar · Emmy

Die Karriere von Elle Fanning hat keine einfache Geschichte. Es gibt keinen einzigen Film, der sie berühmt machte, keinen Skandal, keine spektakuläre Neuerfindung. Was sie stattdessen hat, sind zwei Jahrzehnte, in denen sie an interessanten Orten auftauchte — auf Drehs von Sofia Coppola, Nicolas Winding Refn und Joachim Trier — und Dinge tat, die Kritiker bemerkten, die aber das breite Publikum häufig nicht sah. Die Oscar-Nominierung für Sentimental Value änderte die Rechnung. Nicht weil sie einen Durchbruch ankündigte. Sondern weil sie bestätigte, dass die Ansammlung dieser Erfahrungen bewusst gewählt war.

Sie wurde 1998 in Conyers, Georgia, geboren, als jüngere Tochter eines Baseballspielers der Minor League und einer ehemaligen Tennisspielerin. Als die Familie nach Los Angeles zog, nachdem die Karriere ihrer Schwester Dakota anlief, kam Elle mit — und gab im Alter von drei Jahren ihr Leinwanddebüt, als sie Dakotas jüngere Figur in I Am Sam spielte. Der weitere Verlauf war weniger konventionell, als es klingt. Statt den üblichen Weg der Kinderschauspielerin zu gehen — Franchise-Produktionen, Disney-Fernsehen —, wandte sie sich kleineren, seltsameren Projekten zu: eine Sprechrolle in der englischen Synchronfassung von Mein Nachbar Totoro mit sechs Jahren, ein früher Auftritt in Alejandro González Iñárritus Babel und eine Nebenrolle in Der seltsame Fall des Benjamin Button.

Sofia Coppola entdeckte sie mit zwölf Jahren für Somewhere, wo sie die vernachlässigte Tochter eines gleichgültigen Filmstars spielte — eine Rolle, die Präsenz und Präzision in einem Film erforderte, der auf Stillen und Auslassungen aufgebaut war. Was auffiel, war keine Frühreife, sondern etwas Kühleres: die Fähigkeit, die Intensität zu reduzieren, ohne dabei weniger lesbar zu werden. J.J. Abrams nutzte diese Qualität anders in Super 8, aber es war Coppola, die erkannte, was Fanning wirklich gut konnte, und ihr den Raum gab, es zu zeigen.

Maleficent – Die dunkle Fee, der Disney-Fantasyfilm mit Angelina Jolie aus dem Jahr 2014, brachte ihr das breiteste Publikum, das sie bis dahin kannte. Doch es waren die unabhängigen Filme, die ihren Ruf weiter prägten: Nicolas Winding Refns The Neon Demon, in dem sie ein naives Modell spielte, das von der Gier der Modeindustrie aufgezehrt wird; Mike Mills‘ 20th Century Women, wo sie eine adoleszente Undurchdringlichkeit verkörperte, die Mitgefühl gleichzeitig abwies und einforderte; und eine zweite Zusammenarbeit mit Coppola in Die Verführten, die von ihr verlangte, neben Nicole Kidman und Kirsten Dunst zu bestehen.

Elle Fanning and Benjamin Lucca in The Hunger Games: Sunrise on the Reaping (2026)
Elle Fanning and Benjamin Lucca in The Hunger Games: Sunrise on the Reaping

Der Wechsel zum Fernsehen war strategisch. The Great, Tony McNamaras anarchische Komödienserie über den Aufstieg Katharinas II. von Russland, gab Fanning drei Staffeln, um eine Serie zusammenzuhalten, die an Ideen ebenso interessiert war wie an Plot. Die Leistung brachte ihr eine Emmy-Nominierung ein und offenbarte eine komödiantische Ader, die ihre Filmarbeit weitgehend unterdrückt hatte. Im Dezember 2023 gab sie ihr Broadway-Debüt in Appropriate — ein Debüt, das ernst genug war, um anzudeuten, dass die Bühne keine Trophäe, sondern eine Entscheidung war.

Die Schwierigkeit in Fannings Karriere liegt im Abstand zwischen ihrem kritischen Ruf und ihrer kommerziellen Bedeutung. Sie hat selten einen Film allein getragen — das Publikum, das sie gut kennt, ist nicht groß genug, um Kinokassen zu bewegen, und die Filme, zu denen sie tendiert, sind häufig nicht darauf ausgelegt, sie zu bewegen. Like a Complete Unknown besetzte sie als Sylvie Russo, das Pendant zu Suze Rotolo neben Timothée Chalamets Bob Dylan, und sie war genau so gut wie die Kritiken es beschrieben. Der Film spielte weltweit über hundert Millionen Dollar ein. Ihre Rolle war eine Nebenrolle, und der Hauptname auf dem Plakat war jemand anderes. Das Muster wiederholte sich.

Sentimental Value, Joachim Triers norwegisches Drama von 2025, durchbrach dieses Muster auf die direkteste Weise: Es brachte ihren Namen auf die Oscar-Shortlist. Der Film kam mit neun Academy-Award-Nominierungen und verwandelte kritisches Lob in Branchenanerkennung auf eine Art, die ihre amerikanischen Produktionen nicht ganz geschafft hatten. Sie erhielt ihre erste Oscar-Nominierung — als Beste Nebendarstellerin. Sie gewann nicht, aber diese Art von Nominierung wird bei der nächsten Ankündigung erwähnt.

Der Schwung hat nicht nachgelassen. Predator: Badlands und Death Stranding 2: On the Beach kamen 2025. Margo’s Got Money Troubles, eine Miniserie, die sie über Lewellen Pictures produzierte — das Unternehmen, das sie gemeinsam mit Dakota gründete —, startete im April 2026 bei Apple TV+ mit guten Kritiken. Und im November 2026 wird The Hunger Games: Sunrise on the Reaping sie als junge Effie Trinket vorstellen, die Figur, die Elizabeth Banks in den vier ersten Filmen der Franchise verkörpert hatte.

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Was jetzt kommt, ist die Prüfung, auf die Fanning jahrelang Credits angesammelt hat, ohne es anzukündigen. Ein Hunger-Games-Film im November ist ein kommerzielles Ereignis einer anderen Größenordnung als alles, was sie bisher getragen hat. Ob das die Rechnung ändert — oder ob sie daran vorbeizieht wie an allem, präzise und leise — ist die Frage, die ihre Karriere lange aufgebaut hat.

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