Kino

Idina Menzel: Elsas Stimme und das Broadway-Original, das immer wieder von vorn anfängt

Penelope H. Fritz
Idina Menzel
Idina Menzel
Photo via The Movie Database (TMDB)
Geboren30. Mai 1971
Manhattan, New York City, United States
BerufSchauspielerin, Sängerin, Songwriterin
Bekannt fürDie Eiskönigin – Völlig unverfroren, Die Eiskönigin 2, Chaos im Netz
Auszeichnungen3 Tony · Oscar · Hollywood Walk of Fame · Disney Legends Award (2022) · National Medal of Arts

Bei der Oscar-Verleihung 2014 stellte John Travolta sie als «Adele Dazeem» vor. Hunderte Millionen Menschen schauten zu. Idina Menzel lächelte. Die Verwechslung wurde zum Meme; die Schlagzeilen vom nächsten Tag vermischten sich mit denen über den Oscar für den besten Originalsong, den sie gerade erhalten hatte — für «Lass jetzt los» aus Die Eiskönigin. Was das Missgeschick enthüllte, war etwas, das Menzel bereits wusste: Ruhm und Identität sind nicht dasselbe. Beides hatte sie in unterschiedlichen Maßen und aus verschiedenen Gründen.

Ihre Ausbildung begann nicht auf Broadway-Bühnen, sondern in den Partysälen von Long Island. Mit fünfzehn, nach der Scheidung ihrer Eltern, begann sie als Hochzeits- und Bar-Mizwa-Sängerin zu arbeiten — sie spielte für Gäste, die nicht wegen ihr kamen. Das war eine Schule ganz eigener Art. Sie studierte Schauspiel an der Tisch School of the Arts der New York University, machte 1992 ihren Abschluss und stand 1996 erstmals auf der Bühne, die zählte.

Ihr Broadway-Debüt als Performance-Künstlerin Maureen Johnson in Jonathan Larsons Rent brachte ihr sofort eine Tony-Nominierung ein. Der Komponist starb in der Nacht vor der ersten öffentlichen Vorstellung; das Stück war bereits Kult, bevor der Vorhang aufging. Sieben Jahre später verkörperte sie Elphaba in Wicked — die missverstandene grüne Hexe, die die Welt vergeblich zu etikettieren versuchte — und gewann den Tony als Beste Hauptdarstellerin in einem Musical. Die Parallele zu ihrer eigenen Karriere drängte sich auf.

Aus Wicked wurde Elsa. Die Eiskönigin (2013) gab ihr eine Rolle, die sie ausschließlich mit der Stimme spielte, und das Lied, das sie dort lieferte — «Lass jetzt los» — entwickelte sich zu einem der meistdokumentierten Phänomene der Popmusik dieses Jahrzehnts: in alle Sprachen übersetzt, tausendfach parodiert, in Schulhöfen und politischen Reden präsent. Der Oscar kam 2014. Die Franchise ließ nicht nach: zwei Fortsetzungen, die Rückkehr in Verhext — schon wieder!, der Cameo-Auftritt in der Wicked-Verfilmung 2024. Im Fernsehen spielte sie Shelby Corcoran in zwölf Folgen von Glee, und der Netflix-Film You Are So Not Invited to My Bat Mitzvah erschien 2023. Daneben blieb die Bühne ihr Hauptfeld: Sie schuf die Rolle der Elizabeth in If/Then am Broadway 2014 — eine dritte Tony-Nominierung.

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Der klarste Hinweis darauf, was Menzel wirklich will, kam 2025. Sie ko-kreierte und spielte die Hauptrolle in Redwood — einem originalen Broadway-Musical über eine Frau, die Heilung unter den Mammutbäumen Kaliforniens sucht. Ein leiseres Stück als ihr Profil erwarten ließ; sie spielte teilweise in einem Gurt hoch über der Bühne. Das Musical eröffnete am 13. Februar im Nederlander Theatre. Die Kritiken reichten von respektvoll bis gemischt; die New York Times sprach eine Empfehlung aus. Dann kamen die Tony-Nominierungen — und Redwood erhielt keine einzige. Das Stück schloss elf Tage später. Zwei Lesarten bieten sich an: Fehlkalkulation oder der Preis für etwas, das ohne ihre spezifische Überzeugungskraft nicht hätte entstehen können. Gegenüber Variety erklärte sie während der Laufzeit: «Ich glaube, meine stolzesten Momente in meiner Karriere waren mit originalen Musicals» — ein Satz, gesprochen innerhalb einer Produktion, die kommerziell scheiterte.

Ihr Privatleben ist bewusst öffentlich geblieben: Sie lernte den Schauspieler Taye Diggs 1995 während der Rent-Proben kennen, heiratete ihn 2003 und ließ sich 2014 scheiden. Ihr Sohn wurde 2009 geboren. 2017 heiratete sie den Musiker Aaron Lohr. Im Oktober 2024 überreichte ihr Präsident Biden die Nationale Medaille der Künste. Ihr siebtes Studioalbum, Drama Queen, erschien 2023.

Im Sommer 2026 trat sie beim Wawa Welcome America Festival in Philadelphia auf. Eiskönigin 3 ist für November 2027 bestätigt — sie kehrt als Elsa zurück. Was sie bis dahin baut und ob ein weiteres Originalprojekt von Grund auf entstehen wird, ist die interessantere Frage.

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