Kino

Tuba Büyüküstün, die türkische Schauspielerin, die Emmy-Geschichte schrieb und in Istanbul blieb

Penelope H. Fritz
Tuba Büyüküstün
Tuba Büyüküstün
Photo via The Movie Database (TMDB)
Geboren5. Juli 1982
Istanbul, Turkey
BerufSchauspielerin
Bekannt fürMein Vater und mein Sohn, Red Istanbul, SINAV – Die Gangsterprüfung
AuszeichnungenEmmy · Golden Butterfly · 35+ national and international awards

Tuba Büyüküstün hat die türkische Unterhaltungsindustrie nicht durch einen einzigen Auftritt verändert, sondern durch zwanzig Jahre beständiger Arbeit, die das internationale Bild des türkischen Fernsehens schrittweise verschoben hat. Das ist kein spektakulärer Karrierebogen — aber ein dauerhafter.

Sie wurde in Istanbul geboren, in eine Familie, deren Geschichte weit über die Stadt hinausgeht: Großeltern mütterlicherseits, die aus der Krim nach Istanbul gekommen waren; Großeltern väterlicherseits aus den muslimischen Gemeinden Kretas. An der Mimar-Sinan-Universität für Schöne Künste studierte sie Kostümdesign — um Geschichten einzukleiden, nicht um in ihnen aufzutreten. Nach ihrem Abschluss 2004 führte sie der Zufall vor die Kamera.

Kleine Fernsehauftritte 2003 mündeten in İhlamurlar Altında und dann, 2007, in die Hauptrolle in Asi — ein Charakter, der über den arabischen Raum hinaus auch in Teilen Europas Publikum fand. In Deutschland und Österreich sorgte die türkische Diaspora dafür, dass Büyüküstün kein unbekannter Name blieb: Türkischstämmige Zuschauer verfolgten ihre Serien oft noch in derselben Nacht, in der sie in Istanbul ausgestrahlt wurden.

2013 spielte sie Melek in 20 Dakika, eine Leistung, die ihr eine Nominierung für den 42. Internationalen Emmy Award als Beste Schauspielerin einbrachte — eine historische Premiere für die türkische Schauspielerei. Den Preis gewann sie nicht. Die Nominierung selbst war jedoch eine institutionelle Anerkennung, die die Branche registrierte.

Was nach dieser Nominierung ausblieb, ist mindestens ebenso aufschlussreich wie das, was folgte. Sie wechselte nicht ins englischsprachige Fernsehen, suchte keine Hollywood-Nähe, positionierte sich nicht für den dominanten internationalen Markt. Kara Para Aşk (2014-15) und Cesur ve Güzel (2016-17) blieben türkische Produktionen mit internationaler Verbreitung — kein Kompromiss, keine Anpassung an andere Erwartungen. Als Netflix und Amazon Prime Video begannen, ernsthaft in türkische Inhalte zu investieren, stand sie genau dort, wo sie immer gestanden hatte.

Rise of Empires: Ottoman (Netflix, 2020) gab ihr erstmals eine Rolle auf einer globalen Streaming-Plattform. Another Self (Netflix, 2022-2026), eine ruhigere, introspektive Serie über drei Frauen an der türkischen Küste, zeigt einen anderen Arbeitsansatz: weniger opernhaft, mehr nach innen gerichtet. Die dritte Staffel startete am 24. Juni 2026. Im Oktober 2025 erschien Dehşet Bey bei Amazon Prime Video — ein Actionfilm nach einer Graphic Novel, an der Seite von Barış Arduç, von der türkischen Presse als „einheimisches John Wick“ bezeichnet.

Sie ist seit 2014 UNICEF-Botschafterin der Türkei. Sie hat Zwillingstöchter, Maya und Toprak, geboren im Januar 2012. Ihre Ehe mit dem Regisseur Onur Saylak, 2011 in Paris geschlossen, endete 2017. Das historische Projekt Sultana befindet sich in der Entwicklung.

Bekannte Filme

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