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Snaps AR-Brille kostet 2.195 Dollar und braucht kein Smartphone

Adrian Kessler
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Snap hat am Mittwoch die Vorbestellung für Spectacles gestartet und den Preis auf 2.195 US-Dollar festgesetzt; zur Reservierung eines Geräts ist eine Anzahlung von 200 US-Dollar erforderlich. Die Brille soll in den kommenden Wochen an Käufer in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in Frankreich ausgeliefert werden. Das Unternehmen hatte die Hardware erstmals im Juni gezeigt – die Preisgestaltung und Verfügbarkeit sind neu.

Was Snap verkauft, ist ein eigenständiges Gerät: kein angebundenes Telefon, kein externer Rechenpack. Das Display läuft über die in die Brille selbst eingebaute Hardware und erzeugt ein Sichtfeld von 51 Grad, das Snap als Äquivalent zu einem 115-Zoll-Bildschirm aus zehn Fuß Entfernung beschreibt. Die Akkulaufzeit wird mit vier Stunden aktiver Nutzung angegeben; das Trageetui bietet zusätzliche Ladezyklen über den Tag verteilt.

Der eigenständige Betrieb ist die Designentscheidung, die Spectacles von den meisten anderen AR-Headsets in verbrauchernahen Preisklassen unterscheidet. Konkurrierende Geräte von Meta und anderen haben in der Regel auf ein gekoppeltes Telefon oder einen am Gürtel getragenen Prozessor für die Rechenarbeit zurückgegriffen. Diese Abhängigkeit zu beseitigen, ist für den Nutzer einfacher und erhöht die Messlatte für das, was die Brille selbst liefern muss – und genau hier liegt der Preis begründet.

Mit 2.195 US-Dollar sind Spectacles deutlich teurer als das, was die meisten Käufer von Unterhaltungselektronik für ein einzelnes Gerät ausgeben, und die Analystenreaktionen seit der Ankündigung drehen sich um die Nachfrage. Das Unternehmen hat keine Vorbestellungszahlen bekannt gegeben. Einige Hardware-Analysten haben den Preis als strukturelle Hürde bezeichnet, die Spectacles zumindest im anfänglichen Verkaufsfenster auf Enthusiasten und Profis beschränken wird, anstatt auf den breiteren Wearables-Markt.

CEO Evan Spiegel bezeichnete den Start als Wette auf einen Plattformwechsel. Im Juni beschrieb er AR-Brillen als das, was nach dem Smartphone kommt – ein Gerät, das digitale Informationen über die physische Welt legt, ohne dass man den Blick davon abwenden muss. Snaps Argument ist, dass der Nutzen dieser Überlagerung für Navigation, Übersetzung, Echtzeitinformationen und sozialen Kontext einen Preis rechtfertigt, der für eine gewöhnliche Brille als absurd gelten würde.

Das Unternehmen arbeitet seit einem Jahrzehnt auf diesen Punkt hin. Die erste Spectacles kam 2016 als reine Aufnahmekamera in einer Sonnenbrille auf den Markt; nachfolgende Generationen fügten begrenzte AR-Funktionalität hinzu. Die fünfte Generation ist die erste, die von Grund auf für vollständige erweiterte Realität als primäre Funktion konzipiert wurde – nicht als ein Feature, das zu bestehender Hardware hinzugefügt wurde.

Wohin Snap nach diesem anfänglichen Fenster geht, ist eine Frage, die die Vorbestellungszahlen zu beantworten beginnen werden. Der Markt für AR-Brillen definiert sich noch selbst – Apple Vision Pro startete bei 3.499 US-Dollar und positionierte sich als räumliches Computing für Profis; Metas Ray-Ban-Smartglasses für 299 US-Dollar besetzen eine völlig andere Preisklasse. Snap besetzt den Raum zwischen diesen Polen und wettet darauf, dass funktionale AR für 2.195 US-Dollar die Käufer findet, die mehr als eine Kamera wollen, aber nicht das Geld für Vision Pro ausgeben werden.

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