Fernsehen

1536: HBO und BBC geben Ava Picketts Bühnenhit den transatlantischen Rahmen, für den er gemacht war

Ava Pickett und Molly Manners vereinen ihre Kräfte für eine sechsteilige Serie, die ein Jahr Tudor-Geschichte zum Spiegel der Gegenwart macht
Cassian Vale

Der Titel enthält das Argument. Im Jahr 1536 ließ Heinrich VIII. Anne Boleyn im Tower of London hinrichten — ein souveräner Machtakt über eine Frau, vollzogen mit dem vollen Apparat des Staates. Ava Pickett, deren gleichnamiges Theaterstück den Susan Smith Blackburn Prize gewann, hat seitdem dieselbe Frage gestellt: Was kostete diesen Moment die Frauen, die nichts damit zu tun hatten? Frauen der Arbeiterklasse, weit entfernt vom Hof, am Rand des Landes — und der Geschichte. Die Antwort, wie ihr Drama zeigt, ist fast alles.

HBO ist nun der bestehenden BBC-Bestellung beigetreten und verwandelt Drama Republicans sechsteilige Produktion in eine transatlantische Koproduktion für HBO, BBC One und BBC iPlayer. Die Verbindung ergibt auf der Ebene des Materials Sinn. Eine Geschichte über Macht, die Grenzen überschreitet — die Entscheidung eines Königs, die nach außen in die Ränder strahlt — gewinnt etwas, wenn sie auf beiden Seiten des Atlantiks ein Zuhause findet.

Exterior of the Almeida Theatre in Islington London, where 1536 premiered as a stage play
Image: GilPe / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Molly Manners wird Regie führen und als ausführende Produzentin fungieren. Ihre Arbeit an In My Skin brachte ihr einen BAFTA für die beste Dramaserie ein und setzte den Maßstab dafür, wie BBC-Qualitätsdrama aussehen kann, wenn eine Geschichte der Arbeiterklasse mit dem nötigen Ernst behandelt wird. One Day, ihre anschließende Netflix-Serie, brachte ihr eine weitere BAFTA-Nominierung als beste Regisseurin ein. Für Drama Republic — die Produktionsfirma von One Day — signalisiert die Wahl der Regisseurin eine Event-Serie, keine routinemäßige Auftragsproduktion.

Ava Pickett fungiert als Showrunnerin, Autorin und ausführende Produzentin — eine Rolle, die ihr die volle kreative Architektur der Serie überträgt, nicht nur den Schreibkredit. Bei der Ankündigung beschrieb sie das Projekt als etwas “über Macht, Patriarchat und Freundschaft”: drei Themen, die ihr Theaterstück auf einen einzigen Abend verdichtete und die sechs Episoden nun Raum haben, weiter auszuloten. Die Fernsehbearbeitung behält den dunkel-komischen Ton des Originals bei, zusammen mit dem, was Pickett eine “erschreckend relevante” Auseinandersetzung mit einer Welt in Bewegung nennt.

Die zentrale Frage, die die Serie stellt, ist präzise und scharf: Wenn ein König seine Königin ermorden kann, was bedeutet das für Frauen andernorts — und wie viel hat sich wirklich geändert? Es ist eine Frage, die laut Francesca Orsi von HBO mit einer “einzigartigen Vision” dahinter ankommt. BBC-Dramachefin Lindsay Salt verwies auf das Versprechen “lustiger, mutiger und ikonischer weiblicher Figuren” im Kern der Bestellung.

1536 wird von Drama Republic, einem Unternehmen der Mediawan-Gruppe, für HBO, BBC iPlayer und BBC One produziert. Weitere ausführende Produzenten sind Jude Liknaitzky, Roanna Benn, Rebecca de Souza und Chloe Beeson für Drama Republic sowie Anna Ferguson für die BBC.

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