Fernsehen

Heated Rivalry machte Crave zum Käufermagneten, jetzt muss Hudson Williams‘ Hexendrama Yaga nachlegen

Bell-Media-Chef Sean Cohan will Kanadas größten globalen Hit zur Vorlage machen, und Yaga ist bereits an AMC, Sky und HBO Max verkauft
Veronica Loop
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Als Sean Cohan A+E verließ, um Bell Media zu leiten, hatte er sich unter anderem vorgenommen, eine kanadische Kreativmarke zu stärken, die, wie er sagte, „missverstanden oder unterschätzt wurde“. „Heated Rivalry“ ist zu seinem überzeugendsten Argument geworden. Die Eishockey-Romanze von Jacob Tierney, nach Rachel Reids Romanreihe Game Changers, sorgt bei internationalen Käufern für die Frage, was Crave, der Streamingdienst von Bell Media, der die Serie in Auftrag gab, als Nächstes produziert. Cohan bezeichnet sie als „den größten globalen Hit, den Kanada je hervorgebracht hat“.

Wie Stewart Clarke von Deadline berichtet, unterstützt Cohan nun kanadische Produzenten dabei, den nächsten Erfolg vom Schlag „Heated Rivalry“ zu finden. Er setzt darauf, dass kanadische Inhalte international gefragt sind. Die Serie, die parallel zum Start bei Crave in den USA auf HBO Max lief, machte Hudson Williams und Connor Storrie weltweit bekannt. Sie spielen die rivalisierenden Eishockeyspieler Shane Hollander und Ilya Rozanov. „Warum können wir so etwas nicht machen, damit es sich weltweit exportieren lässt? Und dann haben wir genau das getan“, sagt Cohan.

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Der erste Prüfstein für diese These ist Yaga, ein Hexen- und Folkloredrama, das in der Küstenstadt Whittock spielt und Williams an der Seite von Carrie-Anne Moss zeigt. Sphere Abacus, der Verleih, der die Finanzierung von „Heated Rivalry“ mit auf die Beine stellte und den Bell im vergangenen Jahr übernahm, hat die Serie bereits an AMC in den USA, Sky in Großbritannien und HBO Max in Kontinentaleuropa verkauft, neben weiteren Abnehmern. Geschäftsführer Jonathan Ford sagt, die Verkäufe seien auf Grundlage des Drehbuchs und der Besetzung zustande gekommen. Zugleich räumt er ein: „Es spielt auch eine Rolle, dass „Heated Rivalry“ gerade Rückenwind gibt.“

Yaga soll bei der MIPCOM kräftig beworben werden. Zum Programmangebot gehört außerdem ein weiteres Gesicht aus „Heated Rivalry“. Das queere Softball-Drama Slo Pitch wird internationalen Käufern neben Meatballs angeboten, das vom Film mit Bill Murray inspiriert ist und „Heated Rivalry“-Star Robbie G.K. in der Hauptrolle zeigt. Hinzu kommt Bulges, das in einer Hooters-ähnlichen Bar mit ausschließlich männlichem Personal spielt und Mark-Paul Gosselaar in der Hauptrolle hat. „Kanadische Programme können bei ganz unterschiedlichen Publikumsgruppen funktionieren“, argumentiert Ford. Manche kanadischen Handlungsstränge könnten beim US-Publikum leichter Anklang finden als manche britischen.

Cohan sagt, Crave sei lange ein kaum beworbener und wenig genutzter Geheimtipp gewesen. Kanadische Eigenproduktionen heben den Dienst inzwischen von den US-amerikanischen Streaminganbietern ab; HBO-Programme sorgen im Rahmen einer Vereinbarung mit Bell für zusätzliche Premium-Inhalte, die laut Cohan bis in die 2030er-Jahre verlängert wurde. In Bells jüngsten Geschäftszahlen kam der Streamingdienst auf etwas mehr als 5 Millionen Abonnenten. Bis Ende 2028 sollen es 6 Millionen werden. Cohan will Crave jedoch bis Ende 2029 in jedem zweiten kanadischen Fernsehhaushalt etablieren – in einem Markt mit geschätzt 15,8 Millionen Haushalten. „Heated Rivalry“ kehrt 2027 mit einer zweiten Staffel zurück, die Reids Fortsetzung The Long Game adaptiert. Eine dritte Staffel will Cohan noch nicht bestätigen: „Wenn die Serie erfolgreich ist, geht sie weiter.“

AMC, Sky und HBO Max haben sich Yaga bereits gesichert – überzeugt von einem Drehbuch und einem Namen, der auf dem Eis berühmt wurde. Nun müssen Crave und Sphere Abacus beweisen, dass Kanada diesen Erfolg wiederholen kann.

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