Fernsehen

Ein Vampir in der Familie: Eine verpasste Chance für humorvolle Bissigkeit

Veronica Loop
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Die Eröffnungsszene von Ein Vampir in der Familie setzt den Ton mit chaotischer Energie: Fernandinho (Leandro Hassum), ein ehemaliger Fußballspieler, der nun als Podcast-Kommentator arbeitet, ist mitten in einer Live-Übertragung, als seine Schwester mit ihrem verwahrlosten Schwager Greg (Rômulo Arantes Neto) ins Studio stürmt. Die Kamera bleibt auf Gregs wildem Blick und seinen Fangzähnen hängen, während er sich aufs Sofa fallen lässt: „Ich brauche Blut.“ Es ist ein Versprechen von Absurdität, aber der Film schafft es nicht, dies durchgehend umzusetzen.

Regisseur Ale McHaddo strebt eine Mischung aus Familiensitcom und übernatürlicher Komödie an, doch die Umsetzung wirkt unausgeglichen. Die Grundidee – ein Vampir stört das Weihnachtsfest einer Vorstadtfamilie – hat Potenzial, aber das Drehbuch greift oft auf billige Gags zurück statt auf scharfe Satire. Hassum, bekannt für seine körperbetonte Komik, trägt den Film mit seiner charakteristischen Energie, besonders in Szenen, in denen Fernandinhos Geduld durch Gregs Eskapaden auf die Probe gestellt wird. Allerdings fällt Arantes Netos Darstellung von Greg zu sehr in breite, uninspirierte Witzeleien zurück und verpasst Chancen, die moralische Ambivalenz oder emotionale Tiefe des Vampirs zu erkunden.

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Die Nebendarsteller schneiden besser ab. Monique Alfradique, als Vanessa (Fernandinhos Schwester), liefert herausragende Momente mit ihren genervten Reaktionen auf Gregs Verhalten. Edson Celulari, der den rivalisierenden Vampir Ula Drax spielt – ein Mann mit Hang zum Dramatischen –, bringt eine Prise campy-sophistizierter Eleganz ins Spiel, die gut zu Hassums bodenständigem Chaos passt. Mel Maia, als Carol (Fernandinhos Tochter), verleiht der Familiendynamik Wärme, während Caio Mendonça und Maria Flor Franco, die jüngeren Geschwister Ameba und Moniquinha spielen, für lockere Heiterkeit sorgen, ohne ihre Rollen zu übertreiben.

Visuell ist McHaddos Regie solide, aber nicht herausragend. Der Film setzt auf Standard-Sitcom-Kameraeinstellungen – eine statische Kamera fängt chaotische Interaktionen ein –, und obwohl die Handlung schnell voranschreitet, wirkt sie oft gehetzt statt rhythmisch durchdacht. Dennoch gibt es Momente, in denen die Bildgestaltung glänzt: Eine Tiefenkameraeinstellung von Greg, der Fernandinho während eines Streits bedrohlich überragt, schafft Spannung, und die Verwendung warmer, festlicher Beleuchtung bei Familienszenen kontrastiert effektiv mit den kühleren Tönen von Gregs Vampirverstecken.

Das Sounddesign verdient Lob: Die übertriebenen Vampirgeräusche (Schnaufen, Stöhnen) in angespannten Momenten fügen eine Schicht dunkler Komik hinzu, die ansonsten flache Szenen aufwertet. Der Soundtrack hingegen wirkt generisch – ein Potpourri aus poppigen Nummern und vergessenswerten Instrumentalstücken, die den Ton des Films nicht unterstreichen.

Wo Ein Vampir in der Familie strauchelt, ist bei der Erzählweise. Das Drehbuch schafft es nicht, die tonalen Wechselbäder zu balancieren – Momente echter emotionaler Tiefe (wie Fernandinhos Konflikt zwischen Familienloyalität und persönlichem Verstand) werden durch billige Witze untergraben. Eine Nebenhandlung über Gregs Suche nach einer „veganen Vampir-Diät“ wirkt erzwungen, ebenso wie das hastig zusammengestoppelte Finale, das lose Enden mit minimalem Aufwand abschließt.

Thematisch erkundet der Film Familienbeziehungen und den Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne. Fernandinho verkörpert den verantwortungsbewussten, reglementierten Patriarchen, während Greg Chaos und Rebellion repräsentiert. Doch diese Themen werden nur oberflächlich gestreift, ohne Raum für tiefgründige Reflexion zu lassen. Der Humor überlagert jede tiefere Aussage, sodass der Film eher wie eine Sammlung von Gags wirkt als wie eine zusammenhängende Handlung.

Im Vergleich mit anderen Komödien des Genres fallen die Defizite auf. Zwar teilt Ein Vampir in der Familie DNA mit Filmen wie What We Do in the Shadows, doch ihm fehlt deren scharfer Witz und Charaktertiefe. Ähnlich versucht er, Familiensitcom-Klischees mit übernatürlichen Elementen zu verbinden, erreicht aber nicht die Höhen von Serien wie The Addams Family oder Sabrina the Teenage Witch, die Humor und Herz mehr ausbalancieren.

Letztlich ist Ein Vampir in der Familie ein Film für Fans leichter, risikofreier Komödie. Er unterhält in Phasen, steigt aber selten über Genre-Klischees hinaus. Die Darstellungen von Hassum und Alfradique sind Höhepunkte, und das Sounddesign fügt eine willkommene Schicht dunkler Komik hinzu. Doch ungleichmäßiger Rhythmus, ein schwaches Drehbuch und wenig inspirierte Regie verhindern es, dass er in der überfüllten Landschaft auffällt.

MCM-Wertung: 5,8/10 – Handwerk 2 / Handlung 1 / Darstellungen 2 / Originalität 1 / Genre-Passung 1,8.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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