Fernsehen

Convenience Store Chaos: Izzy sorgt als dämonische Freundin für Verwirrung

Molly Se-kyung
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Die Szene im Convenience Store trifft mit der Wucht eines tonalen Vorschlaghammers: Izzy, unsere dämonische Yokai-Freundin, steht wie erstarrt zwischen der Ramen-Abteilung und den Kassen. Ihre leuchtenden Augen wandern mit räuberischer Verwirrung über die Regale. Sie will „menschliche Snacks“ kaufen, versteht aber weder Geld noch persönlichen Abstand – und erst recht nicht, warum der Kassierer schreit. Dieser frühe Moment in My Undead Yokai Girlfriend bringt den zentralen Konflikt der Serie auf den Punkt: den verzweifelten Versuch, Horror, Komödie und Romantik auf dem schmalen Grat der Absurdität auszubalancieren.

Die japanische Horror-Romantik-Komödienserie stammt von Yalun Tu und Zach Hines und wurde von Amazon MGM Studios produziert. Im März 2024 feierte sie bei Amazon Prime Video Premiere. Hayato Sano spielt Tadashi „Hachi“ Inukai, einen College-Studenten, der durch ein missglücktes Online-Ritual versehentlich Izzy heraufbeschwört, gespielt von Ai Yoshikawa. Durch Magie aneinander gebunden, müssen die beiden sich gemeinsam mit dem Leben, der Liebe und dem Mord auseinandersetzen.

Die größte Stärke der Serie ist die mitreißende Chemie zwischen Sano und Yoshikawa. Ihre Darbietungen geben der chaotischen Handlung ein emotionales Fundament. Sanos Hachi ist ein nahbarer Durchschnittstyp, dessen Unsicherheit und Unbeholfenheit ihn zu einer Figur machen, mit der man mühelos mitfiebert. Als er bei seinem ersten Date mit Izzy ins Straucheln gerät und ihr menschliche Bräuche wie Händchenhalten erklären will, ist Sanos körperliche Komik gleichermaßen urkomisch und herzerwärmend. Yoshikawas Izzy wiederum ist eine echte Entdeckung. Sie verbindet die dämonische Bedrohlichkeit ihrer Figur mit einer unerwarteten Verletzlichkeit – besonders in den Szenen, in denen Izzy mit ihrer neu gewonnenen Menschlichkeit ringt. Ihr Versuch, die Liebe zu verstehen, indem sie Hachis Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel nachahmt, ist ein bemerkenswert zärtlicher, stiller Moment inmitten des Serienchaos.

Das Produktionsdesign, für das vor Ort in Kyoto gedreht wurde, bietet eine eindrucksvolle Kulisse für die übernatürlichen Eskapaden. Historische Straßen und moderne Kontraste schaffen ein visuell reizvolles Bild, das die Atmosphäre der Serie verstärkt. Szenen wie Izzys verheerender Ausflug in den Convenience Store gewinnen durch den authentischen Schauplatz zusätzlich an Wirkung und lassen das Absurde auf gewisse Weise geerdet erscheinen. Kameraführung und Bildgestaltung greifen häufig eine Neon-Noir-Ästhetik auf: Die leuchtenden Yokai-Kräfte tauchen Kyotos Nachtleben in unheimliche Farben. Mitunter stehen diese visuellen Entscheidungen jedoch im Widerspruch zum komödiantischen Ton und sorgen für abrupte Stimmungswechsel, die beiden Genres schaden.

Das Erzähltempo und die dramaturgische Struktur sind die größten Schwächen der Serie. Die Mischung aus Horror, Komödie und Romantik lässt den Fokus verschwimmen, denn die Drehbuchautoren scheinen möglichst viele Genremuster unterbringen zu wollen. Manche Folgen wirken eher wie eigenständige Episoden als wie Teile einer zusammenhängenden Geschichte. So mäandert die Handlung und findet nur schwer ihren Rhythmus. Auch einige Nebenfiguren, etwa Hachis Schwester Misa (Nagisa Saitō), bleiben blass und dienen eher als Mittel zum Zweck der Handlung denn als vollständig ausgearbeitete Charaktere.

Die Horrorelemente sind bisweilen durchaus verstörend, geraten aber häufig mit dem komödiantischen Ton aneinander. So folgt etwa auf eine besonders grausame Mordszene eine Slapstick-Verfolgungsjagd mit einem Einkaufswagen, der sich selbstständig gemacht hat. Solche abrupten Tonwechsel wirken regelrecht schwindelerregend und schwächen die Wirkung beider Genres. Wenn sich die Serie jedoch ganz auf den Horror einlässt, kann sie überzeugen. Szenen wie Izzys erste Manifestation – eine groteske Demonstration übernatürlicher Macht – sind wirklich unheimlich und zeigen, welches Potenzial in den düsteren Themen der Serie steckt.

Auch mit ihrer Originalität tut sich die Serie schwer. Die Verbindung von Romantik, Horror und Komödie ist zwar erfrischend, wirkt aber stellenweise eher wie ein Sammelsurium bekannter Genreversatzstücke als wie ein stimmiges Ganzes. Die Handlung mäandert; manche Folgen erscheinen wie eigenständige Episoden statt als Teil einer zusammenhängenden Geschichte. Darüber hinaus führt der Versuch, östliche und westliche Kulturelemente miteinander zu verbinden, bisweilen zu mangelnder Authentizität. Die Autoren finden nur schwer eine Balance zwischen den besonderen Eigenheiten der japanischen Folklore und vertrauten Mustern der romantischen Komödie.

Trotz ihrer Schwächen ist My Undead Yokai Girlfriend ein kühnes, ehrgeiziges Experiment, das die Grenzen der Genremischung auslotet. Ihre stärksten Momente zeigen, welches Potenzial in dieser ungewöhnlichen Verbindung von Horror, Komödie und Romantik steckt. Die Serie dürfte Fans schräger romantischer Komödien mit übernatürlichem Einschlag ebenso ansprechen wie alle, die sich für die besonderen Facetten der japanischen Folklore interessieren.

Unterm Strich ist My Undead Yokai Girlfriend ein chaotisches, aber charmantes Experiment, das nicht immer ins Schwarze trifft. Zwar hapert es an Erzähltempo, tonaler Beständigkeit und dramaturgischem Fokus, doch die starken Darbietungen und das gelungene Produktionsdesign machen die Serie für Fans genreübergreifender Fernsehunterhaltung sehenswert.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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