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»Night Shift For Cuties« bei Netflix: Zwei Nachtschicht-Kassiererinnen und K-Pop-Idole, geformt für ein Schönheitsbild, das nie ihres war

Molly Se-kyung

Zuerst ist da das Licht. Ein rund um die Uhr geöffneter Minimarkt mitten in der Nacht läuft auf einer kalten, gleichmäßigen Leuchtstoffhelle, die alles flach macht, was sie berührt: die Kühlregale, die Fächer mit Instantnudeln, den Boden mit seinem Wachspapierglanz und die beiden Mädchen in Uniform, die jede Zeile einer Band auswendig kennen, die ihre Namen nie erfahren wird. »Night Shift For Cuties« entsteht in diesem Schein und bleibt darin, und der Schein wird am Ende zum Argument. Es ist dasselbe harte, korrigierende Licht, das K-Pop auf die Gesichter richtet, die es verkauft – nur fällt es hier auf zwei Verehrerinnen, die von der falschen Seite der Theke aus anbeten.

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Monica Vanesa Tedja baut die Serie um einen einzigen, wachsenden Wunsch. Shenina Cinnamon und Nadya Syarifa spielen zwei Kolleginnen der Nachtschicht, beste Freundinnen, fast vollständig durch die Hingabe an dieselben Idole verbunden. Aus langen Nächten, geteilten Kopfhörern und einem Handy, das über die Kasse wandert, haben sie eine kleine gemeinsame Religion gebaut. Dann fällt zwischen sie, wie ein Gewinn, die seltene Möglichkeit, diesen Idolen in Korea gegenüberzustehen. Platz ist wirklich nur für eine. Die Freundschaft, die der Fankult schuf, ist das Erste, was dieser Fankult aufs Spiel setzt.

Was die Geschichte davor bewahrt, zum bloßen Wettlauf zu schrumpfen, ist das, was Tedja mit dem Gegenstand der Jagd anstellt. Sie behandelt den Minimarkt als einen Ort mit eigener Farbe und eigenem Wetter: das Blau des Getränkekühlers, das Natriumorange der leeren Straße hinter den Automatiktüren, das grünliche Summen der Decke, das sich nicht ändert, ob es ein Uhr oder vier Uhr ist. Gegen diese Textur treten die Idole als etwas unmöglich Glattes auf, schlank, blass, korrigiert, gesendet aus einer Welt, in der das Licht dafür gebaut wurde, einen zu lieben. Im Abstand zwischen diesen beiden Oberflächen findet die Serie wirklich statt.

Denn die Norm, die die Mädchen anbeten, ist auch die Norm, die sie still vermisst. Jedes Mal, wenn eine sich im Spiegelbild der Kühlscheibe ertappt, lässt die Serie den Vergleich dort stehen, ohne ein Wort. Die Idole sind nicht nur das Objekt der Jagd: Sie sind die verinnerlichte Regel darüber, was ein Gesicht sein darf. Tedja hält diese Regel an zwei Gesichter gedrückt, für die sie nie geschrieben wurde. Der Fankult gilt nie nur dem Idol. Er gilt der Version ihrer selbst, von der jede glaubt, das Idol müsse sie bestätigen.

Tedja, eine chinesisch-indonesische Filmemacherin, die zwischen Berlin und Jakarta arbeitet und hier ihr Langformdebüt gibt, hat den Reiz unter der Komödie offen benannt. Die Populärkultur, sagt sie, lege K-Pop unter ein einziges Bild ab: schlank, sehr weiß. Doch die tatsächliche Branche erwies sich als weiter und seltsamer als dieses eine Foto, mit Idolen, die gar nicht aufs Plakat passen. Die Serie stellt sich nicht über ihre Figuren, um über die Norm zu dozieren: Sie weitet den Rahmen darum und lässt zwei Fans, die nicht ins Bild passen, langsam entdecken, wie viel ihrer Freundschaft auf dem geteilten Wunsch beruhte, hineinzupassen.

Und es bleibt leicht im Ton. Die Rivalität läuft über kleine Sabotagen und über das eigene Absurde eines Jobs, in dem stundenlang nichts geschieht und dann alles auf einmal. Cinnamon und Syarifa tragen das im Gesicht, bevor sie es im Dialog tragen: das Anlehnen an die Theke, der Blick über den Kopf eines Kunden hinweg, das Handy zwischen ihnen als wärmstes Licht des Raums. Doch das Lachen streift stets etwas, das keine auszusprechen wagt: dass dem Idol zu begegnen auch heißt, gewählt zu werden, angesehen zu werden, wie man Idole ansieht, und dass nur eine erfahren wird, wie sich das anfühlt.

Darunter läuft eine soziale Textur mit, die der helle Glanz fast verbirgt. Es sind Mädchen der Nachtschicht, die fremde Bestände zählen und fremde Böden wischen, während die, die sie verehren, in einem Land fotografiert werden, das sie nie gesehen haben. Der Abstand zwischen Kasse und Idol ist nicht nur ein gefühlter: Er ist der zwischen dem, der angesehen wird, und der, die ansieht. Tedja macht daraus nie eine Rede, aber sie legt ihn in jede Totale des leeren Ladens, wo die beiden gemeinsam für einen Lohn das Dunkel durchhalten.

Im Kern gehört die Serie zu einer erkennbaren Tradition, der Komödie des kleinen Ladens und seiner winzigen Leben mit überlebensgroßen Träumen, und zum globalen Moment der parasozialen Hingabe, der Ära von Fans, die alles über Fremde wissen, die nichts über sie wissen. Was sie heraushebt, ist, dass der Gegenstand dieser Hingabe kein netter Vorwand ist: Er ist das Argument selbst. Das Idol ist hier eine Frage über Schönheit mit einem perfekten Gesicht, und die Serie stellt sie weiter, lange nachdem das Lachen seine Arbeit getan hat.

Bleibt das, was die Nachtschicht nicht lösen kann. Wenn die beiden Freundinnen alles ausgeben, um vor jenen zu stehen, um die herum sie ihr ganzes Innenleben gebaut haben, was erwarten sie zurück? Einen Blick. Eine Sekunde, gesehen zu werden. Und wenn der Preis dieser Sekunde das einzige Band ist, das die ganze Zeit echt war, die Freundschaft hinter der Theke und nicht die Fantasie auf dem Schirm, dann fragt die Serie nicht, ob sie die Idole erreichen. Sie fragt, was das Erreichen je hätte heilen sollen.

»Night Shift For Cuties« ist eine indonesische Netflix-Originalserie von Soda Machine Films, geschrieben von Monica Vanesa Tedja mit Aline Djayasukmana und inszeniert von Tedja in ihrem Langformdebüt. Es spielen Shenina Cinnamon und Nadya Syarifa, an ihrer Seite Emir Mahira und eine koreanische Nebenbesetzung. Alle Folgen erscheinen am 4. Juni 2026 bei Netflix.

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