Filmkritiken

Deus – The Dark Sphere: Britische Science-Fiction stellt die Frage ohne Antwort

Martha Lucas

Die Prämisse von Deus — The Dark Sphere lässt sich in einem Satz erzählen, so wie es die beste Science-Fiction immer tut. Eine schwarze Sphäre taucht in der Marsumlaufbahn auf. Die Achilles — sechs Personen, unzureichend ausgestattet, wie es der britische Genrefilm seit Jahrzehnten zur Kunstform erhoben hat — wird zu einer Untersuchung umgeleitet. Die Besatzung erwacht aus acht Monaten Hibernation. Die Sphäre wartet. Und sendet ein einziges Wort in allen jemals bekannten Sprachen der Menschheit. Das Wort lautet Deus.

Steve Stones Film von 2022 verdient seine Prämisse durch disziplinierte Zurückhaltung. Das Schwierige ist, das zu verdienen, was folgt. Erstkontakt-Erzählungen stehen oder fallen mit dem, was sie tun, nachdem die Tür aufgegangen ist. 2001: Odyssee im Weltraum weigerte sich, sie zu öffnen. Contact bot Baupläne. Annihilation tauschte Baupläne gegen Halluzinationen. Stone wählt das Kammerspiel: seine Figuren bleiben im Schiff, in ihrer eigenen Psychologie, im unerträglichen Spalt zwischen der Frage und der verweigerter Antwort.

Eine Besatzung für den Zweifel

Claudia Black trägt die Rolle der Karla Grey mit jener praktischen Autorität, die sie über Jahre in Farscape und Stargate SG-1 entwickelte. Black war immer besser in Skepsis als in Offenbarung — und genau das verlangt dieses Material. Der Widerstand ihrer Figur gegen die naheliegendste Lesart der Transmission — dass Deus Gott bedeutet, dass das kosmische Konsequenzen hat — hält die dramatische Spannung über den Mittelpunkt hinaus. Ohne sie würde der Film vor dem zweiten Akt in Allegorie kippen.

Das übrige Ensemble ist kompakt. David O’Haras Ulph bringt eine leicht bedrohliche institutionelle Autorität mit; Phil Davis, seit Jahrzehnten zuverlässig im britischen Genrefilm, liefert geerdet Pragmatismus. Lisa Eichhorn spielt Mother — eine leicht unterbeschriebene Figur — mit genug Stille, dass die Funktion nicht mechanisch wirkt.

Die Architektur der Mehrdeutigkeit

Stones Regie ist sparsam, wie es das Budget lehrt. Die Achilles ist beengt, ihre Korridore farbkodiert, ihre Atmosphäre in jenem besonderen Ton professioneller Beklommenheit, den britische Science-Fiction seit Alien kultiviert. Die Sphäre selbst ist angemessen minimal — eine schwarze Oberfläche, die alles reflektiert und nichts erklärt.

Die Schwierigkeiten von Deus – The Dark Sphere liegen im dritten Akt. Der Film baut über zwei Akte echte Spannung auf und löst sie auf eine Weise, die sich komprimiert statt verdient anfühlt. Die existenzielle Frage — was tut eine Zivilisation, wenn sie eine Nachricht von etwas empfängt, das sich selbst Gott nennt? — wird nicht beantwortet, sondern suspendiert. Ob das Feigheit oder bewusste Offenheit ist, werden vernünftige Zuschauer unterschiedlich beurteilen.

Deus – The Dark Sphere gehört zu einer respektablen Tradition britischer Science-Fiction am Rand der Industrie — einfallsreich, ideeengetrieben, bescheiden ausgeführt. Kein Moon, kein Ex Machina. Aber das Gespür ist dasselbe: dass das Interessanteste an Science-Fiction nicht ist, was die Außerirdischen sind, sondern was ihre Existenz mit den Menschen macht, die sie aufnehmen müssen.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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