Filmkritiken

Echo Boomers: Michael Shannon gibt einem Millennial-Krimifilm sein moralisches Gewicht

Liv Altman

Echo Boomers beansprucht einen Platz in einer Tradition amerikanischer Kriminalfilme, die das Verbrechen als sozialen Kommentar nutzen. Seth Savoy ist kein großer Stilist, zeigt sich jedoch als aufmerksamer Beobachter einer Generation, die eine wirtschaftliche Realität erbte, die sie nicht bestellt hatte. Fünf Hochschulabsolventen, deren Abschlüsse in einer Wirtschaft, die ihre Versprechen nicht einlöste, wenig wert waren, beginnen, Chicagos Reichste zu bestehlen. Die innere Logik ist schlüssig — bis sie es nicht mehr ist.

Patrick Schwarzenegger spielt Lance Zutterland mit einer Zurückhaltung, die der Figur zugute kommt: man versteht ihn, ohne ihm unbedingt zu sympathisieren, was die einzige Art und Weise ist, wie diese Geschichte funktionieren kann. Michael Shannon als Mel Donnelly bringt die Dichte mit, die er seinen besten Rollen vorbehält — eine Stille, die mehr Bedrohung enthält als jede ausdrückliche Drohung. Es ist eine Leistung in der Tradition des amerikanischen Film Noir, und sie trägt den Film.

Der wahre Hintergrund — eine Diebesbande in Chicago, die in den Jahren nach der Finanzkrise von 2008 operierte — bewahrt den Film vor Eskapismus. Die Einbrüche sind nüchtern und unangenehm. Die Konsequenzen noch mehr. Savoy macht keine Action-Setpieces daraus, was die richtige Entscheidung ist.

Echo Boomers scheitert an der Integration seiner zwei Absichten: Sozialkritik und Genre-Mechanik laufen nebeneinander, ohne sich zu verbinden. Das Ergebnis ist ein kohärenter Film in einem Genre, das oft zu Grandiosität neigt. Bei vierundneunzig Minuten strapaziert er die Geduld seines Publikums nicht.

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