Kino

Dave Bautista wird Kratos in „God of War“ – Sony macht aus einer Verletzung seinen kühnsten Coup

Martha Lucas

Sony hat die Streaming-Ära damit verbracht zu beweisen, dass seine PlayStation-Bibliothek kein Spielekatalog, sondern ein Drehbuchkatalog ist, und kein Titel trägt ein größeres Prestigerisiko als God of War. Eine konsolendefinierende Saga nordischer Trauer in Fernsehen zu verwandeln, war stets eine Prüfung dafür, wie weit das Playbook von der Konsole zum Bildschirm reichen kann, und die Serie hat ein Jahr lang die Art von Turbulenzen absorbiert, die schwächere Adaptionen versenken. Die Neubesetzung seines Kratos ist das deutlichste Zeichen, dass Amazon MGM und Sony Pictures Television den Kampf zu Ende bringen wollen, anstatt ihn aufzugeben.

Wie Deadline in seiner fortlaufenden Berichterstattung über die Produktion darlegt, ist Dave Bautista in die Rolle des Kratos geschlüpft und ersetzt Ryan Hurst, der sich am Set eine Bizepsverletzung zugezogen hat – ein Unfall, der ernst genug war, um eine Operation zu erfordern. Anstatt die Bestellung über zwei Staffeln brachliegen zu lassen, bis Hurst 2027 zurückkehren könnte, entschieden sich die Studios für eine Neubesetzung und landeten bei einem Schauspieler, der das letzte Jahrzehnt damit verbracht hat, jedem, der es hören wollte, zu erzählen, dass Kratos die Rolle sei, für die er gemacht wurde.

Dass der Fan-Cast und die Ersatzlösung ein und derselbe Mann sind, ist eine eigene Art von Glück. Bautista stößt zu einem Franchise, das Sony durch dieselbe Nadel fädelt wie The Last of Us bei HBO, Twisted Metal bei Peacock und eine Horizon-Serie, die sich noch in Entwicklung befindet: Prestige-Mythologie zuerst, Gaming-Ikonografie an zweiter Stelle. Ronald D. Moore, der Showrunner von Battlestar Galactica und For All Mankind, leitet die Serie, Frederick E.O. Toye inszeniert die ersten beiden Episoden – ein kreatives Rückgrat, das erst zusammengestellt wurde, nachdem die frühere Iteration des Projekts demontiert worden war.

Das Ensemble liest sich wie eine Absichtserklärung. Mandy Patinkin spielt Odin, Olafur Darri Olafsson ist Thor, Ed Skrein übernimmt Baldur und Max Parker spielt Heimdall, mit Callum Vinson als Sohn Atreus, dessen Bindung zu seinem Vater der Motor der Geschichte ist. Die Adaption basiert auf dem Reboot von 2018, das Kratos von einem wütenden griechischen Rächer in einen verwitweten Vater verwandelte, der seinen Jungen begleitet, um die Asche seiner Frau zu verstreuen – die Wende vom Spektakel zur Trauer, die das Spiel überhaupt erst prestigetauglich machte.

Erstmals im März 2022 für das Fernsehen ins Auge gefasst, baut sich God of War nun um den einen Schauspieler herum auf, den Fans immer in den Randnotizen skizziert haben. Gedreht wird in Vancouver, mit der Axt endlich in den richtigen Händen – ein Franchise, das Jahre in kreativer Schwebe verbrachte und darauf setzt, dass das Publikum seinen Kratos kannte, bevor die Studios es taten.

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