Filmkritiken

Happiness for Beginners: Eine Romcom, die auf ihrem eigenen Pfad ins Stolpern gerät

Molly Se-kyung
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Die erste Einstellung von Happiness for Beginners verweilt auf Ellie Kempers Gesicht, während sie auf ihre Scheidungspapiere blickt. In der Nahaufnahme spiegeln sich Erleichterung und Angst zugleich. Der Moment verspricht einen nachdenklichen Film, doch schon bald schlägt dieser den vertrauten Weg einer Romcom ein: Eine geschiedene Frau sucht durch ein unerwartetes Abenteuer einen Neuanfang.

Vicky Wights Verfilmung des Romans von Katherine Center ist ein gut gemeinter, aber unausgewogener Spaß. Die Ausgangsidee – die frisch geschiedene Helen Carpenter meldet sich zu einem strapaziösen Überlebenstraining in der Wildnis an – bietet einiges an Potenzial und verbindet Romantik, Komik und Abenteuer. In der Umsetzung gerät der Film jedoch ins Stolpern: Statt neue Wege einzuschlagen, verlässt er sich zu sehr auf vertraute Muster.

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Seine größte Stärke entfaltet der Film in den Abenteuerszenen. Die Abschnitte beim Überlebenstraining sind wirklich mitreißend: von Helens unbeholfenen, aber entschlossenen Versuchen, sich Fertigkeiten für das Leben in der Wildnis anzueignen, bis hin zur Spannung rund um Hughs gebrochenes Bein. Die Kamera fängt die raue Schönheit des Wanderwegs ein, und die körperliche Präsenz der Darsteller – insbesondere die von Kemper – verankert den Film auf glaubwürdige Weise in der Wirklichkeit. Wights Regie ist solide, lässt jedoch jene unverwechselbare visuelle Handschrift vermissen, die dem Stoff mehr Glanz verleihen könnte.

Ellie Kemper verbindet in ihrer Darstellung Humor mit Verletzlichkeit. Ihre Helen Carpenter wirkt nahbar; Kemper trifft die Mischung aus Unsicherheit und Widerstandskraft, die die Figur ausmacht. Allerdings wird ihr Spiel durch ein Drehbuch gebremst, das Helen oft auf eine Reihe von Klischees reduziert: die unbeholfene Geschiedene, die Fremde am falschen Ort, die Frau, der ein Mann zum vollkommenen Glück fehlt.

Luke Grimes verleiht Jake eine Mischung aus Charme und emotionaler Tiefe – besonders in den Szenen, in denen er Helen mit ihrem Exmann konfrontiert. Die Chemie zwischen Kemper und Grimes ist wechselhaft und schwankt zwischen liebenswert und gekünstelt. Ihr Geplänkel wirkt oft aufgesetzt, und die vorhersehbaren Romcom-Muster, auf die der Film setzt – etwa dass Jake ständig in Helens Nähe bleibt oder das obligatorische Missverständnis –, nehmen den emotionalen Konflikten ihre Wirkung.

Die Nebenbesetzung sorgt für einige heitere Momente, allen voran Nico Santos als Hugh. Seine Vorgeschichte – er wollte Schauspieler werden und arbeitet nun als Versicherungsvertreter – gehört zu den Höhepunkten des Films. Blythe Danners kurzer, aber warmherziger Auftritt als Gigi, Helens Großmutter, verleiht der Geschichte zusätzliches emotionales Gewicht. Viele der übrigen Figuren, etwa Windy und Mason, bleiben jedoch blass und dienen eher als Mittel für die Handlung denn als glaubwürdig ausgearbeitete Charaktere.

Auch das Erzähltempo ist ein Problem. Die erste Hälfte von Happiness for Beginners kommt nur langsam voran und verwendet zu viel Zeit auf Erklärungen und den Aufbau der Geschichte. Die Szenen beim Überlebenstraining bringen zwar mehr Schwung hinein, doch einen durchgehend stimmigen Rhythmus findet der Film nie. Die emotionalen Momente – vor allem Helens Geschichte mit ihrem verstorbenen Bruder Nathan – werden hastig abgehandelt und lassen kaum Raum für echte Anteilnahme.

Die Liebesgeschichte im Zentrum von Happiness for Beginners ist seine größte Schwachstelle. Die Chemie zwischen Kemper und Grimes ist wechselhaft und schwankt zwischen liebenswert und gekünstelt. Ihr Geplänkel wirkt oft aufgesetzt, und die vorhersehbaren Romcom-Muster, auf die der Film setzt – etwa dass Jake ständig in Helens Nähe bleibt oder das obligatorische Missverständnis –, nehmen den emotionalen Konflikten ihre Wirkung. Dem Drehbuch gelingt es nicht, Humor und Gefühl auszubalancieren, sodass manche Szenen tonal unstimmig wirken.

Die Themen Neuanfang und Selbstfindung sind längst vertrautes Terrain. Happiness for Beginners will Helens Weg in die Unabhängigkeit und ihre Heilung nach der Scheidung nachzeichnen, bleibt dabei aber oft an der Oberfläche. Es fehlt an emotionaler Tiefe, und die Auflösung – Helen findet ihr Glück mit Jake – wirkt allzu einfach.

Im Vergleich zu anderen aktuellen Liebesfilmen schneidet Happiness for Beginners schlecht ab. Filme wie Past Lives verbinden Genrekonventionen mit Originalität und Tiefgang. Happiness for Beginners hingegen verlässt sich zu sehr auf vertraute Muster, ohne ihnen etwas Neues oder Überzeugendes hinzuzufügen.

Die Zielgruppe des Films sind eindeutig Fans leichter romantischer Komödien. Wer eine unterhaltsame, wenn auch vorhersehbare Auszeit sucht, kann mit Happiness for Beginners durchaus seinen Spaß haben. Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich mehr Substanz oder Originalität wünschen, könnten dagegen enttäuscht werden. Dem Film fehlen sowohl der Witz und Charme von Klassikern wie Notting Hill als auch die emotionale Tiefe von Eternal Sunshine of the Spotless Mind.

Letztlich ist Happiness for Beginners ein netter, aber schnell vergessener Zeitvertreib.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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