Kino

Hongkongs Kino-Erholung ist hausgemacht: ‚Night King‘ schlägt Hollywood

Ein Plus von 25% im ersten Halbjahr, getragen von einem 40-Prozent-Sprung der Lokalfilme, legt nahe, dass Hongkongs Kino-Comeback auf Kantonesisch geschrieben wird, nicht importiert
Molly Se-kyung

Seit einem halben Jahrzehnt wird Hongkongs Kino häufiger betrauert als besucht: Talente wandern nach Norden und ins Ausland ab, das Publikum zieht zum Streaming, und die einst unverkennbare kommerzielle Stimme verwässert in panchinesischen Koproduktionen. Die Halbjahresbilanz 2026 hält dagegen ein hartnäckiges Argument bereit: Als die Erholung kam, kam sie auf Kantonesisch. Die Filme, die das Publikum zurück in die Kinos holten, waren keine Hollywood-Tentpoles, sondern lokale Geschichten über Hongkong selbst.

Wie Deadline zuerst berichtete, erreichte das Gesamteinspiel der sechs Monate bis zum 30. Juni 664 Millionen Hongkong-Dollar (85 Millionen US-Dollar), ein Plus von rund 25% gegenüber 531 Millionen im Vorjahr. Die aussagekräftigere Zahl steht unter dieser Schlagzeile: Laut der Motion Picture Industry Association legten die Einnahmen lokal produzierter Filme im Jahresvergleich um etwa 40% zu — ein Markt, der von innen heraus schneller genest, als es die Gesamtzahl vermuten lässt.

An der Spitze steht Night King, die Ensemble-Komödie von Edko Films unter der Regie und aus der Feder von Jack Ng, die nicht nur die Lokalcharts anführte, sondern jeden im Gebiet gestarteten Film. Angesiedelt in einem sterbenden Nachtclub in Tsim Sha Tsui East im Jahr 2012 und getragen von Dayo Wong und Sammi Cheng, verwandelte er die Nostalgie für ein verschwindendes Hongkong in ein echtes Phänomen und überschritt die Marke von 100 Millionen Hongkong-Dollar, um zu den erfolgreichsten kantonesischen Filmen aller Zeiten zu zählen. Sein Erfolg wirkt weniger wie ein Zufall als wie eine These: Filme mittleren Budgets in der Landessprache und für das lokale Publikum füllen noch immer den Saal.

Edko platzierte mit Cold War 1994, dem Prequel seiner erfolgreichen Krimireihe, einen zweiten Titel weit oben, während Hollywood seinen Teil beitrug: James Camerons Avatar: Fire and Ash schulterte die Last des importierten Blockbusters. Doch die Verhältnisse erzählen die Geschichte. Von 142 zwischen Januar und Juni gestarteten Filmen waren nur 17 lokale Produktionen, und doch trieb dieses schmale Programm das Marktwachstum an. Eine Handvoll Hongkong-Filme, nicht der breite Startkalender, setzte die Obergrenze.

Night King kam zum Mondneujahr in die Kinos und startete in Hongkong am 19. Februar zum Jahr des Pferdes nach einer Premiere im Galaxy Macau; Cold War 1994 folgte am 1. Mai. MPIA-Vorsitzender Crucindo Hung Cho-sing deutete die Zahlen unumwunden und argumentierte, starke Titel schirmten das Kassengeschäft gegen eine schwache Wirtschaft ab: „Wenn es gute Filme gibt, ist das Publikum da.“ Der Verband erwartet, dass ein dichtes Sommerprogramm die Serie verlängert.

Siebzehn Lokalfilme von 142 Starts, und sie bewegten einen ganzen Markt — Hongkongs Comeback wartet nicht auf die nächste amerikanische Franchise. Es wird in einem Nachtclub inszeniert, den es nicht mehr gibt.

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