Filmkritiken

Hypnotic: Wie Rodriguez die Wahrnehmung selbst zum Thriller macht

Martha O'Hara

Das erste Bild, auf das sich Robert Rodriguez in Hypnotic festlegt, ist keine Explosion, keine Verfolgungsjagd. Es ist ein Mann an einem Bankschalter, der durch Glas eine Anweisung empfängt, während sein Gesicht sich zu etwas reorganisiert, das nicht mehr ganz seines ist. Der Körper bleibt still. Die Augen sind woanders. Diese Einstellung — das Porträt eines Menschen, der vorübergehend aus sich selbst herausgetreten ist — ist die These des Films.

Hypnotic folgt dem Detektiv Danny Rourke (Ben Affleck), der noch immer mit dem Verschwinden seiner Tochter Minnie nicht abgeschlossen hat. Bei der Untersuchung unmöglicher Bankraube — bei denen Zeugen Dinge beschreiben, die es nicht gab — stößt er auf das Domino-Programm: eine geheime Regierungsoperation, die sogenannte Hypnotics ausbildet, Agenten, die in Echtzeit umschreiben können, was eine Person sieht, hört und glaubt.

Ben Affleck spielt Rourke mit einer physischen Verbindlichkeit, die selten von ihm zu sehen ist. Während die Realität um ihn herum sich verbiegt — Korridore werden zu anderen Korridoren, Straßen leeren sich mitten in einem Satz — verankert Affleck die Figur mit einem Gewicht, das dem Zuschauer Orientierung gibt, wenn Rodriguez ihm genau diese Orientierung stehlen will. Es ist eine Leistung aus Zurückhaltung statt aus Entfaltung, und der Film ist klüger dafür.

Die Sequenzen, in denen Hypnotics die Wahrnehmung ihrer Ziele verändern, sind die originellsten des Films. Rodriguez setzt keine überwältigenden Spezialeffekte ein, sondern eine subtilere Desorientierung: leicht falsche Winkel, Schnitte, die durch das ersetzen, was eine Figur beobachtete, was sie jetzt zu sehen glaubt. Eine Tankstelle füllt sich mit Geisterwagen. Eine Gebäudefassade wechselt mitten im Gespräch. Die Technik ist ebenso editorial wie optisch.

Alice Braga gibt als Diana Cruz die vielschichtigste Darstellung des Ensembles. Eine Frau, deren eigene Vergangenheit mit dem Domino-Programm verwoben ist, bewegt sie sich zwischen Verbündeter und Rätsel, und Braga spielt beide Register mit Präzision. Gegen sie steht Fichtners Dellrayne, gebaut auf einer bestimmten Reglosigkeit — die Stille eines Mannes, der jahrelang die Handlungsfähigkeit anderer Menschen entfernt hat.

Wo Hypnotic seinen Stand verliert, ist im letzten Akt: Die Verpflichtung, die eigenen Geheimnisse aufzudröseln, verdrängt die visuelle Intelligenz der ersten Stunde. Die Kamera, die bis dahin durch Bild und Winkel narrativ gearbeitet hatte, weicht dem erklärenden Dialog — ein Widerspruch für einen Film, dessen zentrale These ist, dass Wahrnehmung manipulierbar ist.

Hypnotic bleibt ein solides Genre-Stück: ein Thriller, der die Grammatik der Wahrnehmung selbst als dramatisches Mittel nutzt und Afflecks geerdetste Leistung seit Jahren bietet. Kein großes Kino, aber ein ehrliches — eines, das die richtigen Fragen über das stellt, was der Rahmen wirklich zeigt.

Regie

Robert Rodriguez
Photo via The Movie Database (TMDB)

Robert Rodriguez

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

  • Hala Finley — Minnie (10 yo)

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