Kino

John Mulaney als Agent Maxwell Smart? Warner Bros belebt «Get Smart» mit Deadpan statt Slapstick

Camille Lefèvre

Die Reboot-Maschinerie Hollywoods jagt seit einem Jahrzehnt dem Lachen hinterher, das alle vier Zielgruppen abholt – umso vielsagender ist bei der Wiederbelebung von „Get Smart“ durch Warner Bros. die Frage, welche Art von Komiker das Studio als Hauptdarsteller zu gewinnen versucht. Die Nachricht, dass John Mulaney die Rolle des tollpatschigen Superspions Agent Maxwell Smart ins Auge fasst, spricht für ein Studio, das darauf setzt, dass der eigentliche Motor der Franchise Timing und die Kunst des trockenen Spiels sind – nicht das slapsticklastige Spektakel, das die meisten großen Spionage-Parodien seitdem geprägt hat.

Wie Deadline zuerst berichtete, befindet sich der viermalige Emmy-Gewinner in ersten Gesprächen, um die Neuinterpretation anzuführen; Seth Grahame-Smith, Drehbuchautor von „Now You See Me: Now You Don’t“, schreibt das Skript. Das Projekt steckt in einem embryonalen Stadium: kein Regisseur, kein Greenlight, kein Drehstart. Doch allein der Name Mulaney verändert die Vorstellung davon, wie ein modernes „Get Smart“ klingen könnte, und verlagert den Schwerpunkt von Action auf Darbietung.

Der Stoff hat eine besondere Herkunft. Die 1965 von Mel Brooks und Buck Henry entwickelte Originalserie machte Don Adams’ Agent 86 zur Kalter-Kriegs-Ikone des fehlgeleiteten Selbstvertrauens – mit Schuhtelefonen, Cone of Silence und „missed it by that much.“ Steve Carells Kinofilm von 2008 stellte die Figur für die Action-Comedy-Ära neu auf und setzte auf große Set-Pieces und Spektakel im Dwayne-Johnson-Format. Die Entscheidung für Mulaney deutet zurück auf die verbale, sich selbst todernst nehmende Absurdität, die Adams perfektionierte – die Tonlage, in der ein Spion am komischsten ist, gerade weil er glaubt, kompetent zu sein.

Für Mulaney wäre es ein bewusster Schritt aus den Stand-up-Specials und der Stimmarbeit in Animationsfilmen hinein ins Terrain des Franchise-Hauptdarstellers – ein Weg, der Alternativ-Comedy-Größen selten offensteht. Für Warner fügt es sich in einen breiteren Reflex der Branche: bekannte IP aus der Jahrhundertmitte anzuzapfen, um Originalkomödien in einem Kinomarkt abzusichern, der unerprobten Prämissen misstraut. Ein bekannter Titel plus eine unverwechselbare Comedy-Stimme sind die Absicherung; die Frage ist, ob sich diese spezifische Note auf alle vier Zielgruppen übertragen lässt.

Das Timing passt zu einem breiteren Rückzug aus der eigenständigen Studio-Komödie: Fernsehmarken aus der Zeit vor 1970 – älteren Zuschauern vertraut, für jüngere ein unbeschriebenes Blatt – sind zum bevorzugten Sicherheitsnetz geworden. Grahame-Smith, der sich einen Namen machte, indem er in „Pride and Prejudice and Zombies“ und „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ Genre auf vertrautes Material pfropfte, ist eine treffende Wahl für eine Parodie, die immer nur einen trockenen Spruch vom Kollaps entfernt war.

Ob Mulaney letztlich zusagt, dürfte darüber entscheiden, ob das Schuhtelefon von Agent 86 wieder klingelt – oder ob „Get Smart“ sich in die lange Reihe von Reboots einreiht, die dauerhaft in der Entwicklung stecken bleiben.

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