Filmkritiken

Notorious Nick, der MMA-Kämpfer mit einem Arm, der keine Entschuldigungen kannte

Molly Se-kyung

Nick Newell wurde mit einer angeborenen Amputation des linken Arms geboren — eine Tatsache, über die die Welt nicht aufhören konnte zu reden, und die Newell selbst entschlossen schien, bedeutungslos zu machen. Notorious Nick, Aaron Leongs Biografiedrama aus dem Jahr 2021, verfolgt diese Entschlossenheit über den Bogen einer Karriere, die neu definierte, was die Gatekeeper des MMA über die Wettkampfberechtigung zu wissen glaubten.

Cody Christian spielt Newell mit einer körperlichen Flüssigkeit, die dem Film seine Ehrlichkeit bewahrt. Es gibt keine der Selbstdramatisierungen, die Sportbiopics oft zum Scheitern bringen — keine langen Nahaufnahmen des fehlenden Arms, keine Szene, in der jemand Newell sagt, er könne das nicht. Der Film setzt voraus, dass er weiß, was er tut, und lässt die Wettkampflogik das Gewicht tragen.

Regisseur Aaron Leong hält die Kamera funktional statt ausdrucksstark — die Oktagon-Sequenzen lesen sich als Sport statt als Spektakel, was für eine Geschichte, die so fest in der dokumentierten Realität verankert ist, genau richtig ist. Elisabeth Röhm als Stacey Newell und Kevin Pollak als sein Trainer Alex geben dem Film das emotionale Gerüst, ohne es zu überlasten. Pollak widersteht besonders der Versuchung, uns eine weise Vaterfigur zu geben; sein Alex ist pragmatisch, ein wenig abgenutzt, und arbeitet in demselben nüchternen Register wie Newell selbst.

Das Drehbuch von Darrin Reed, Matthew Stuecken und Josh Campbell läuft 88 Minuten, ohne seinen Aufenthalt zu überschreiten. Die Beschränkung ist zugleich seine Disziplin: Der Film komprimiert eine Karriere, die von kleinen Regionalveranstaltungen bis zu einem echten Titelkampf reicht, und lässt dabei die sekundäre Architektur von Newells Welt unterentwickelt.

Was Notorious Nick richtig macht — und was ihn letztlich über seine Genre-Nachbarn erhebt — ist seine Weigerung, die Geschichte als außergewöhnlich zu rahmen. Newell kämpfte nicht trotz seines Arms. Er trainierte, adaptierte, nahm an Wettkämpfen teil und baute eine Karriere auf. Der Film wendet dieselbe Logik an: Er behandelt die Geschichte nicht als Wunder, sondern als Dokument. Der echte Nick Newell war zum Zeitpunkt der Filmveröffentlichung 2021 noch im Wettkampf, was dem dritten Akt eine provisorische Qualität verleiht — dies ist ein Kapitel, kein Abschluss.

Ein solides, anspruchsloses Sportbiopic, das seine emotionalen Momente verdient, weil es sie nicht verfrüht sucht. Notorious Nick wird nicht der beste Film sein, den Sie dieses Jahr sehen, aber einer der ehrlichsten.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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