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„Once Upon a Star“: Eine bewegende Reise von Künstlern, die im Kino ums Überleben kämpfen

Veronica Loop
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Die Eröffnungsszene von Once Upon a Star ist ein eindrückliches Bild: Ein klappriger Van springt hustend an, vollgepackt mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Künstlern. Ihr Lachen und ihre Wortgefechte hallen wie Funken durch den Innenraum. Das Drama von นนทรีย์ นิมิบุตร (Nonzee Nimibutr) folgt einer reisenden Pharma-Kino-Truppe, die Filme in entlegene Winkel Thailands bringt und live auf der Bühne synchronisiert.

Die Ausgangsidee ist einfach, aber voller Atmosphäre: Eine Gruppe von Künstlern schlägt sich als fahrende Entertainer durch und nutzt das Kino zugleich als Ausdrucksmittel und zum Überleben. Angeführt vom charismatischen Manit (ศุกลวัฒน์ คณารศ (Sukollawat Kanarot)) zieht die Truppe von einer Kleinstadt zur nächsten, baut provisorische Kinosäle auf und synchronisiert ausländische Filme live auf der Bühne. Das weckt sofort Assoziationen zu anderen Filmen über reisende Künstler, etwa The Blues Brothers oder Little Miss Sunshine. Mit ihrem besonderen kulturellen Hintergrund und den ganz eigenen Herausforderungen ihrer Figuren findet Once Upon a Star jedoch eine unverwechselbare Nische.

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Am überzeugendsten fängt Once Upon a Star die chaotische, mitreißende Energie des Lebens auf der Straße ein. Das Ensemble vermittelt auf der Leinwand spürbar Zusammenhalt, aber auch Spannungen. ศุกลวัฒน์ คณารศ spielt Manit als geborenen Anführer, dessen Charme und Entschlossenheit die Gruppe zusammenhalten, während er zugleich mit seinen eigenen Ambitionen ringt. หนึ่งธิดา โสภณ (Nuengthida Sophon) setzt als Rueangkae einen feurigen Gegenpol: Ihre Leidenschaft für die Filmkunst gerät immer wieder mit den praktischen Erfordernissen des Geschäfts aneinander. จิรายุ ละอองมณี (Jirayu La-ongmanee) verleiht Kao eine stille, nachdenkliche Präsenz und wird zum moralischen Kompass der Truppe.

Die Stärke des Films liegt darin, Humor und Drama auszubalancieren. Besonders gelungen sind die Szenen mit der Live-Synchronisation: Sie zeigen das Improvisationstalent der Truppe und den besonderen Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern. Ein Höhepunkt ist der Versuch, eine romantische Komödie zu synchronisieren – die Darsteller erfinden spontan Dialoge und Reaktionen. Das ist eine Lehrstunde in komödiantischem Timing: Die Schauspieler greifen die Energie der anderen auf und machen daraus eine wirklich urkomische und zugleich herzerwärmende Szene.

Allerdings gerät Once Upon a Star bei Tempo und Erzählstruktur ins Stolpern. Die Handlung ist episodisch angelegt: An jedem Halt der Reise begegnet die Truppe neuen Figuren und Konflikten, die sich oft nur lose mit der eigentlichen Geschichte verbinden. Dieser Ansatz ermöglicht zwar eine Reihe abwechslungsreicher Episoden, erschwert es aber auch, sich auf einen einzelnen Handlungsstrang wirklich einzulassen. So wirkt etwa die Nebenhandlung um Man, gespielt von สามารถ พยัคฆ์อรุณ (Samart Payakaroon), und Sak, dargestellt von ณัฐ ศักดาทร (Nat Sakdatorn), wenig ausgearbeitet; ihre Figuren erscheinen eher als Hindernisse denn als vielschichtige Menschen.

Auch manche Darbietung leidet unter dem schwerfälligen melodramatischen Dialog. เพ็ญนี ศศิธนโสภณ (Phennee Sasithanasophon) spricht als Sชaks ältere Schwester mehrere Zeilen mit allzu viel Nachdruck und reißt das Publikum damit aus den emotional aufgeladensten Momenten des Films. Ähnlich wirken Wichian, gespielt von สรชัย ฉัตรวิริยะชัย (Sornchai Chatwiriyachai), und Kamjon, dargestellt von ปัทมามนตรี ศิริเวช (Pattamamontri Siriwet), gelegentlich eher wie Karikaturen als wie vollständig ausgearbeitete Figuren.

Die Regie von นนทรีย์ นิมิบุตร ist weitgehend souverän, besonders in den ruhigeren Momenten des Films. Eine herausragende Szene zeigt จิรายุ ละอองมณี als Kao, allein unter dem Sternenhimmel und mit seinen Entscheidungen ringend. Auch die Kameraarbeit verdient Lob: Weite Aufnahmen der thailändischen Landschaft bilden einen markanten Kontrast zur klaustrophobischen Enge des Vans und der provisorischen Auftrittsorte. Diese visuellen Gegensätze bringen das zentrale Thema des Films auf den Punkt: den Konflikt zwischen der Freiheit der offenen Straße und den Zwängen des unsteten Lebens.

Die Originalität des Films ist zugleich seine größte Stärke und seine größte Schwäche. นนทรีย์ นิมิบุตร rückt eine Pharma-Kino-Truppe ins Zentrum – eine reizvolle Idee, die einen ungewöhnlichen Blick auf Kunst, Geschäft und Gemeinschaft eröffnet. In der Umsetzung wirkt der Film jedoch mitunter unausgewogen; seine Genrewechsel führen gelegentlich zu abrupten Tonwechseln. So kann der plötzliche Sprung von einer komischen Synchronisationsszene zu einer dramatischen Konfrontation irritieren und den Erzählfluss unterbrechen.

Once Upon a Star will Großes erreichen, bleibt mit seinen Ambitionen am Ende aber auf halbem Weg stehen. Am ehesten dürfte der Film Zuschauerinnen und Zuschauer ansprechen, die Ensemble-Dramen mögen und über strukturelle Schwächen hinwegsehen können. Die Darstellungen sind insgesamt überzeugend, insbesondere die der Hauptdarsteller, und das ungewöhnliche Setting bietet reichlich visuelle wie thematische Reize. Wer hingegen eine straff erzählte Handlung oder einen durchgehend ausgewogenen Ton erwartet, könnte von Once Upon a Star enttäuscht sein.

Letztlich fängt Once Upon a Star den Geist seiner reisenden Künstler ein, findet selbst aber nur schwer den richtigen Tritt. Der Film vermittelt ein Gefühl für die Reise der Truppe, dürfte dem Publikum nach dem Abspann jedoch nicht lange im Gedächtnis bleiben.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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