Filmkritiken

Son of the South: wie der Enkel eines Klansmitglieds zum ersten weißen Sekretär des SNCC wurde

Martha Lucas

Bob Zellners Geschichte beginnt nicht dort, wo Bürgerrechtsfilme gewöhnlich beginnen. Er gelangt in die Bewegung von der falschen Seite seiner Familie — sein Großvater trug das Gewand des Klan — was ihn entweder zur letzten Person macht, die in Alabama marschieren sollte, oder zur strategisch bedeutsamsten. Son of the South erzählt, wie Zellner beides wurde.

Barry Alexander Brown wählt den ungewöhnlichen Weg, das Unbehagen seines weißen Protagonisten sichtbar zu machen, ohne es zum emotionalen Zentrum zu erklären. Die Bürgerrechtsbewegung ist nicht Zellners Geschichte — der Film weiß das —, aber seine Position darin, als erster weißer Feldsekretär des SNCC in einer schwarzgeführten Organisation, ist so spezifisch und historisch unerforscht, dass es einen echten Film zu machen gibt. Brown, der auf Zellners Memoiren basiert, versucht es ohne Schmeichelei.

Lucas Till spielt Zellner mit der gebotenen Zurückhaltung — ein Mann, der lernt, in welchen Räumen er keine Stimme hat und wo er nützlich ist. Julia Ormond spielt seine Mutter, zerrissen zwischen einer Tradition und einem Sohn, der sich gegen sie bewegt. Cedric the Entertainer als Reverend Fred Shuttlesworth ist das dramatische Gegengewicht: Jahrzehnte gelebter Protestgrammatik verdichtet in einer Präsenz, die mehr zuhört als redet.

Brown verankert die Bewegung in historischen Details: die Freedom Rides, die Albany-Kampagne, die Übergriffe auf den Treppenstufen des Gerichts. Das Drehbuch widersteht dem Biopic-Hang, komplexe politische Organisierung auf den Bogen eines einzigen Helden zu reduzieren. Die Strategie des SNCC — studentengeführt, nicht-hierarchisch, mit verteiltem Risiko — erscheint als politisches Objekt, nicht als bloße Kulisse.

Son of the South gehört zum ehrlichen Mittelfeld des Bürgerrechtsfilms — kompetent, historisch fundiert, ohne die visuelle Erfindungsgabe von Selma. Sein eigentlicher Beitrag ist ein genuiner Blickwinkel: der weiße Südstaatler, der dem System nicht beigetreten ist. Diese Geschichte verdient das Erzählen, und Brown tut es mit offenem Blick.

Regie

Barry Alexander Brown
Photo via The Movie Database (TMDB)

Barry Alexander Brown

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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