Kino

Brett Goldsteins erste eigene Serie macht aus bezahlter Nähe eine Komödie — mit Tuc Watkins an Bord

Jun Satō

Brett Goldstein war während der Ted-Lasso-Jahre das mürrische Gewissen der Serie und einer ihrer zuverlässigsten Autoren. Seine erste Serie als alleiniger Creator und Hauptdarsteller stellt nun auf die Probe, ob diese Wärme eine kältere Prämisse übersteht: eine Comedy über einen geschiedenen Vater, der in die Arbeit als männlicher Escort stolpert, und darüber, ob Intimität überhaupt käuflich ist. Mehr als jeder Logline zeigt sich diese tonale Wette im Casting, und Prime Video füllt das Ensemble um ein Thema, das die meisten Sitcoms eher als Pointe denn als Frage behandeln würden.

Der neueste Zugang ist Tuc Watkins, der eine stark wiederkehrende Rolle übernimmt, wie Deadline zuerst berichtete. Er spielt Neil, einen High-End-Fitness-Trainer, der als Escort für wohlhabende Frauen arbeitet und laut Charakterbeschreibung wie ein Cowboy aussieht. Es ist ein bewusster Casting-Schachzug: Watkins hat sich eine zweite Karriere in erwachsenen Rom-Com-Gefilden aufgebaut, vom lang verheirateten Bob Hunter in Desperate Housewives bis zu Colin McKenna in Netflix‚ Uncoupled, und er tritt als Spiegel zu Goldsteins unfreiwilligem Amateur auf – der erfahrene Profi zum stolpernden Improvisator des Protagonisten.

Escorted folgt einem geschiedenen Vater aus Manhattan, der in das Gewerbe stolpert – ein Setting, das Goldstein und Co-Showrunner Brian Gallivan – ein Shrinking- und Happy-Endings-Veteran – nutzen, um zweite Chancen, das Chaos des gemeinsamen Sorgerechts und die Ökonomie des Begehrens zu ergründen. Goldstein schreibt, produziert, fungiert als Co-Showrunner und spielt die Hauptrolle, womit er seinen Gesamtvertrag mit Warner Bros. Television verlängert, der ihn zu einer der gefragtesten Comedy-Stimmen seit dem Ende von Ted Lasso gemacht hat.

Die Serie zeigt auch, wie aggressiv Prime Video nach prestigeträchtiger Comedy strebt, indem sie die Show direkt zur Serie bestellt, anstatt einen Piloten zu drehen – ein Vertrauensbeweis in Goldsteins Namen, der den breiteren Vorstoß des Streamers widerspiegelt, bekannte Kreative zu Hausmarken zu machen. Watkins, der gerade eine wiederkehrende Rolle in Hulus Paradise beendet hat und sich auf Starz‘ S.W.A.T. Exiles vorbereitet, fügt einem noch im Aufbau befindlichen Cast ein vertrautes Gesicht hinzu.

Escorted wurde bereits Anfang dieses Jahres direkt für eine erste Staffel mit acht Folgen bestellt, produziert von Amazon MGM Studios zusammen mit Warner Bros. Television; ein Starttermin steht noch nicht fest.

Für einen Schauspieler, der jahrzehntelang Männer gespielt hat, die ein stilles Geheimnis hüten, wirkt Neils Doppelleben – tagsüber Cowboy, auf Abruf Begleiter – weniger wie ein Bruch, sondern wie eine Rückkehr zu sich selbst, und genau die Art von todernster Absurdität, um die Goldstein gerne eine ganze Serie herum baut.

Schlagwörter: , , , ,

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.