Musik

Ariana Grande: „London wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“

Alice Lange

Ariana Grande kehrte nach fast einem Jahrzehnt auf eine Londoner Bühne zurück – begleitet von einem Jubel, der jeden Saal zum Beben bringt. Sie hätte dafür ein Set aus ihrer gesamten Karriere zur Verfügung gehabt: die Arena-Singles, die Laufsteg-Momente, den Cameo-Auftritt eines Co-Stars. Stattdessen fiel der meistzitierte Satz des Abends in seinem stillsten Moment, als sie die Show auf einen einzigen Hocker reduzierte, um einen Song anzukündigen, den fast niemand als Herzstück markiert hätte.

„London wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“

sagte sie zur Einführung von „Hampstead“, dem wehmütigen, kaum nach einer Single klingenden Stück, das nach jenem Winkel im Nordwesten Londons benannt ist, den sie während der Dreharbeiten zu Wicked ihr Zuhause nannte, wie Billboard in seinem Bericht über den Abend festhielt. Oberflächlich betrachtet ist das die Art von Satz, die jeder Tourstar in jeder Stadt sagt. Aus diesem Mund, an diesem Abend, bekommt er eine konkretere Bedeutung.

Man muss darauf hören, welches London sie meint. Nicht die Schüssel der O2 Arena, nicht das Festzelt – sondern ein Viertel, ein Haus, einen Abschnitt ihres Lebens, in dem sie nicht als durchreisender Popstar in der Stadt lebte, sondern als Filmschauspielerin, die ein zweites Handwerk erlernte. Dieser besondere Ort ist biografisch, nicht geografisch; ihre Zuneigung gilt der Version ihrer selbst, die sie dort fand.

Und dann darauf, wann sie es sagt. Diese Londoner Abende bilden den Abschluss der Tour – „London ist unser letzter Halt auf dieser Tour“, sagte sie dem Publikum –, jenen Punkt, an dem sie die Tourmaschinerie abstellt und aus dem Rampenlicht tritt. Eine Residency, die ihre gesamte Karriere umspannt, hätte bei einem von einem Dutzend Songs gipfeln können, die genau für diese Arena geschrieben wurden. Den emotionalen Höhepunkt lenkte sie stattdessen über einen Nicht-Single-Titel, den sie auf einem Hocker auf der Nebenbühne sang. Das ist kein Zufall der Setlist. Grande kontrolliert ihre eigene Inszenierung zu präzise, als dass es einer sein könnte.

Es passt zu dem Kapitel, das sie gerade abschließt. Eternal Sunshine richtete das Geständnis nach innen; der einst zurückhaltend aufgenommene Positions-Katalog wird in Echtzeit von einem Publikum zurückerobert, das ihr die Deep Cuts entgegensingt; Petal erschien erst wenige Wochen vor diesen Terminen. Und „One Last Time“, das noch immer das Gewicht von Manchester trägt, stand als Erinnerung daran auf der Setlist, was diese Künstlerin und diese Stadt bereits gemeinsam durchgestanden haben. Der rote Faden ist jemand, der eine Ära mit ungewöhnlicher Bedachtsamkeit aufräumt.

So wirkt der Satz vom besonderen Ort weniger wie eine Heimkehr als wie eine Übergabe. London ist der Ort, an dem die Pop-Ariana ihren Applaus entgegennimmt und die Film-Ariana – jene, die für Wicked dorthin zog – leise die Führung übernimmt. Die Zärtlichkeit ist echt. Sie ist aber auch eine Tür, die sich beim Hinausgehen sanft schließt.

Der Hinweis würde nie eine Abschiedsrede sein. Es war ein kleiner Song über ein Viertel, von einem Hocker aus gesungen, den sie zum lautesten Moment im Raum machte.

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