Musik

Miley Cyrus eröffnet ihr zehntes Album mit einem Dancefloor-Single und Vintage-Synthesizern

Alice Lange

Miley Cyrus‚ neue Single lässt die Ohren nicht zur Ruhe kommen. „Bass Persuades“ – der Titeltrack ihres kommenden zehnten Studioalbums – beginnt mit einer gesprochenen Strophe über einem sauberen synthetischen Puls, um dann in einen harten Dance-Pop-Teil überzugehen, der auf 80er-Jahre-Keyboards und komprimiertem Bass aufbaut. Die Produzenten Kid Harpoon und Maxx Morando produzierten gemeinsam mit Cyrus; der Track klingt weniger wie ein Pop-Song, der sich ankündigt, sondern eher wie ein Raum, der beschließt, dass es mit der Ruhe vorbei ist.

Die Arithmetik hinter dem Erscheinen ist von Bedeutung. Ein zehntes Studioalbum zu erreichen, ist eine Schwelle, die die meisten Künstler nie überschreiten – und Cyrus erreicht sie direkt im Anschluss an eine Grammy-Saison, die von „Flowers“ bestimmt wurde, der Single, die den Spotify-Rekord für den schnellsten Song mit 300 Millionen Streams in der Startwoche aufstellte. Diese kommerzielle Messlatte verändert, was eine neue Leadsingle leisten muss: Sie kann nicht einfach wiederholen, was bereits funktioniert hat. „Bass Persuades“ versucht das nicht.

Das Video, inszeniert von dem zum Regisseur gewordenen Fotografen Mert Alas, beginnt in einem Untergrund-Pokerraum und wechselt zu einer choreografierten Straßenszene – oberkörperfreie Tänzer in passenden schwarzen Hosen, Cyrus führt eine Sequenz an, die eher wie eine Übernahme des Veranstaltungsortes wirkt denn wie ein Videodreh. Die Bildsprache liest sich als bewusstes Spektakel: kontrolliert an der Oberfläche, brennbar darunter.

Die Zusammenarbeit mit Maxx Morando – ihrem Verlobten und einem arbeitenden Session- und Tour-Schlagzeuger – verleiht dem Album eine Ebene, die Werbesprache selten einfängt. Morando war Co-Produzent der Sessions; er ist, nach eigenen Angaben von Cyrus, auch ihr Thema. Sie hat das neue Album als Liebesgeschichte mit mehreren emotionalen Schichten beschrieben. Der Titeltrack führt nicht mit Zärtlichkeit, sondern mit Lautstärke – eine eigene Aussage darüber, wie sich diese Geschichte anhört.

Der Schwenk zum Dance-Pop ist nicht reibungslos. Cyrus hat genug klangliche Kapitel durchlaufen – vom Stadionrock von „Plastic Hearts“ bis zur gedämpften Innerlichkeit von „Something Beautiful“ – dass jede neue Richtung mit einer Frage nach der Beständigkeit einhergeht. Die gesprochene Einleitung ist fesselnd. Sie ist auch strukturell riskant in einer Streaming-Ära, die algorithmische Playlist-Platzierung für langsame Aufbauten bestraft. Die Single erreicht ihren Hook; um dorthin zu gelangen, braucht es Geduld, die ein beiläufiges erstes Hören vielleicht nicht aufbringt.

Das Album „Bass Persuades“ erscheint am 18. September über Atlantic Records. Zwei Konzerte im Hollywood Bowl in Los Angeles folgen im Oktober, der allgemeine Vorverkauf startet am 10. September.

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