Musik

Shakira und Maluma bringen AGUA raus, ihr erstes gemeinsames Merengue seit acht Jahren

Alice Lange
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Shakira und Maluma haben AGUA veröffentlicht, eine neue Single, die ihr bedeutendstes gemeinsames Projekt seit fast einem Jahrzehnt darstellt und, noch bedeutsamer, eine Abkehr von dem urbanen Latin-Register, das ihre frühere Zusammenarbeit prägte. Während frühere Kollaborationen auf Reggaeton-Rhythmen setzten, die für Streaming-Charts optimiert waren, greift AGUA auf Merengue zurück, ein Genre mit tieferen karibischen Wurzeln und einem anderen kulturellen Anspruch.

YouTube Video

Die Partnerschaft zwischen Shakira und Maluma hat einige der kommerziell beständigsten Songs des Latin-Pop hervorgebracht. „Chantaje“, „Trap“ und „Clandestino“ wurden zu Referenzpunkten in mehreren Sprachmärkten und verschafften dem Duo den Ruf, Kollaborationen zu liefern, die kommerzielles Gewicht hatten und gleichzeitig in der internationalen Expansion der kolumbianischen Musik verwurzelt blieben. AGUA ist ihre vierte gemeinsame Veröffentlichung und die erste, die außerhalb dieser etablierten klanglichen Formel liegt.

Merengue arbeitet sich allmählich zurück in den Mainstream-Diskurs des Latin-Pop, wobei Produzenten und Künstler aus der Dominikanischen Republik und Kolumbien es eher als einen unerledigten Dialog mit der zeitgenössischen Popmusik betrachten denn als Nostalgie. Indem Shakira und Maluma für eine Veröffentlichung dieses Formats auf Merengue setzen, legen sie implizit nahe, dass der Rhythmus kommerzielle Absichten tragen kann, ohne sich auf seine kulturellen Wurzeln zu stützen. Die beiden Künstler haben erhebliches Gewicht in der globalen Musiklandschaft, und eine solche Wahl hat eine über die reine Chart-Performance hinausgehende Resonanz auf Szenenebene.

Die kritische Frage, die AGUA offenlässt, ist, ob der Genrewechsel eine kreative Weiterentwicklung oder einen kalkulierten Schachzug darstellt, um eine erneute Diskussion um eine Partnerschaft mit einer längst etablierten Formel zu entfachen. Reunion-Projekte etablierter Latin-Pop-Kollaborateure haben ein Muster, Medienaufmerksamkeit zurückzugewinnen, ohne notwendigerweise das Werk eines der Künstler voranzubringen. Sowohl Shakira als auch Maluma sind als Solokünstler mit eigenen Karrierewegen aktiv; eine gemeinsame Single wirft die Frage auf, ob die Chemie, die die früheren Tracks funktionieren ließ, acht Jahre getrennter Entwicklungen und veränderter Marktbedingungen überdauern kann.

Die Single ist weltweit auf den großen Streaming-Plattformen verfügbar, das offizielle Video wurde am 17. September über Malumas YouTube-Kanal veröffentlicht. Im Zuge dieser Veröffentlichung wurden keine Tourdaten, eine gemeinsame EP oder eine Folgesingle bestätigt.

Acht Jahre sind lang genug, damit ein Musikmarkt seine Grundfesten verschieben kann. Ob AGUA eine einmalige Wiedervereinigung oder der Auftakt eines neuen Kapitels ist – die Hinwendung zu Merengue statt zu Reggaeton ist das eine Detail dieser Kollaboration, das niemand vorhergesehen hat.

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