Musik

The Revivalists erreichen die AAA Top 10 noch vor dem Release von Get It Honest

Alice Lange

The Revivalists haben aus New Orleans einen Sound gemacht: Soul, Pedal Steel, zwei Schlagzeuge und David Shaws Stimme, die das Gewicht einer Second Line im Vollbesitz trägt. Get It Honest, ihr sechstes Studioalbum, fragt, was dieser Sound trägt, wenn die Straße etwas Häuslichem weicht. Produziert vom Grammy-Preisträger Rich Costey und aufgenommen im Guilford Sound in Vermont, findet sich die achtköpfige Band mit diesem Album in einer anderen Art von Dringlichkeit wieder.

Das Album musste nicht erst auf seine Veröffentlichung warten, um seine kommerzielle Schlagkraft zu beweisen. Die Leadsingle „Heart Stop“ – ein Song über Beharrlichkeit, eingehüllt in das bislang radiotauglichste Arrangement der Band – kletterte in die Top 10 der Billboard Adult Album Alternative Charts, bevor Get It Honest überhaupt bei den Hörern ankam. Ein Vorab-Charterfolg in einem Format, das Handwerk über Neuheit belohnt, signalisiert eine Band mit einem Publikum, das ihr vertraut.

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Sieben der acht Bandmitglieder sind inzwischen Väter, und Get It Honest trägt diesen Wandel in sich, ohne ihn anzukündigen. Die Themen, die sich durch die 12 Tracks ziehen – Loslassen, Stabilität, eine Liebe, die nicht für die Menge performt –, zeigen sich in der Musik, nicht in der Pressemitteilung. „Razorblades and Runaways“ zeichnet einen Weg durch Wachstum und die Entscheidung, alte Muster hinter sich zu lassen; der Titeltack stellt dieselbe Frage aus einem anderen Blickwinkel. Die emotionale Architektur des Albums handelt von Verantwortung: gegenüber einem Sound und gegenüber den Leben, die um ihn herum aufgebaut wurden.

Rich Costey, dessen Referenzen Muse, Foo Fighters und Sigur Rós umfassen, bringt eine klangliche Klarheit in die Produktion, die in deutlichem Abstand zur gefeierten Live-Energie der Revivalists steht. Die Band reiste nach Vermont, um die Stille zu finden, die ihr neues Material brauchte. Das Ergebnis ist ihr klarstes Album – nicht gesäubert, sondern fokussiert: 12 Tracks, die wissen, was sie sind.

Dieser Fokus ist auch das, was es zu hinterfragen lohnt. The Revivalists haben sich ihren Ruf durch marathonhafte Live-Shows, Festivalauftritte und ein Publikum aufgebaut, das auch wegen der Lockerheit kam – dem Gefühl, dass jeden Moment etwas aufbrechen könnte. Get It Honest ist ein Studioalbum im wahrsten Sinne des Wortes: komponiert, kontrolliert, geformt von einem Produzenten, der im großen Maßstab arbeitet. Ob diese Songs zurück in den Live-Kontext übersetzt werden können, auf dem die Band ihren Namen gründete, ist eine offene Frage – und eine, die das Album nicht zu beantworten versucht.

Die Band bringt das Album in einen Tourneezyklus, der ein Debüt in der Grand Ole Opry und eine Rückkehr ins Red Rocks Amphitheatre umfasst, mit Terminen an der Seite von The Red Clay Strays. Get It Honest ist jetzt bei Concord Records erschienen.

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