Musik

The Strokes setzen mit ‘Reality Awaits’ darauf, jeden zu übertönen, der ihre Formel entlehnt hat

Alice Lange

The Strokes haben Reality Awaits veröffentlicht, ein Album mit neun Songs, das die klarste Aussage darstellt, die das New Yorker Quintett seit Langem gemacht hat — nicht weil es von dem abweicht, was sie aufgebaut haben, sondern weil es sich so vollständig dazu bekennt, dass kein Argument dagegen Raum findet.

Julian Casablancas, Nick Valensi, Albert Hammond Jr., Nikolai Fraiture und Fabrizio Moretti haben Jahre damit verbracht, die Band zu sein, die jede andere Band als Einfluss nennt. Reality Awaits ist in diesem Kontext etwas Präziseres als ein Comeback oder eine Fortsetzung: Es ist eine Demonstration. Neun Songs, aus denselben Materialien gebaut, mit derselben Ökonomie arrangiert und in dieselbe Richtung gelenkt — die Erinnerung daran, dass das Original sich den Kopien gegenüber nicht erklären muss.

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Was das Album am deutlichsten zeigt, ist, dass der Sound der Strokes — die bewusst flache Produktion, der konversationell-dringliche Gesang, die verflochtenen Gitarrenlinien, die klingen, als würden sich zwei Menschen gegenseitig die Gedanken vervollständigen — nie so einfach zu duplizieren war, wie es schien. Dutzende von Bands haben es über zwei Jahrzehnte versucht, und der Abstand zwischen ihren Versuchen und dem, was Reality Awaits liefert, ist ab dem ersten Track hörbar.

Die Laufzeit von neun Songs wirkt bewusst in einer Zeit, in der die Veröffentlichung längerer Alben zur Branchenkonvention geworden ist. Jeder Track verdient seinen Platz. Kein Füllmaterial, um die Laufzeit für Streaming-Algorithmen aufzufüllen, keine Gastauftritte zur Erschließung neuer Zielgruppen. Das Album ist über den offiziellen YouTube-Kanal von The Strokes verfügbar — ohne Spotify-Präsenz zum Start, ein Detail, das für eine Band, die noch nie eine Playlist gebraucht hat, um ein Publikum aufzubauen, weniger wie ein Fehlen als wie eine Präferenz wirkt.

Reality Awaits ist das Album, das nicht kommt, um das Gespräch einzuholen, sondern um ihm in Erinnerung zu rufen, warum es begann. The Strokes haben sich hier nicht neu erfunden. Sie haben etwas Schwierigeres getan: Sie haben die Neuerfindung überflüssig gemacht.

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