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Spaniens schärfste Roots-Stimmen versammeln sich in Luarca — ein kostenloses Blues-Wochenende mit echtem Gewicht

Alice Lange

Fünf Ausgaben lang hat das Festival de Blues de Asturias etwas geschafft, das kleinen spanischen Musikfestivals selten gelingt: eine Reputation aufzubauen, ohne den freien Eintritt und den Gemeinschaftscharakter aufzugeben. Luarca — ein Fischerhafen an der kantabrischen Küste, den der Atlantik seit Jahrhunderten formt — ist ein unwahrscheinlicher Ort für das beste Treffen von Roots-Musikern der iberischen Halbinsel, und genau darin liegt seine Stärke.

Das diesjährige Programm eröffnet Anna Dukke, die Sängerin aus La Mancha, deren Debütalbum Reborn Wild Ende letzten Jahres erschien — aufgenommen in Mexiko-Stadt in den Primitive Studios unter Produzent Crunchy — und die einen Großteil des Jahres 2026 auf Tour damit verbracht hat, zu bestätigen, was der Independent-Circuit längst wusste: Sie ist die überzeugendste neue Stimme im spanischen Blues-Rock. Ihr Auftritt hier ist das lebendige Argument des Albums. Hinter ihr steht Quique Gómez, der Madrider Harmonikaspieler mit fünfzehn Platten und einem Lebenslauf neben Legenden wie Little Charlie Baty und Duke Robillard — Namen, die auf beiden Seiten des Atlantiks Gewicht haben. Dass Gómez auf dem zweiten Platz erscheint, ist eine Art Understatement, das dem Festival gut steht.

Muelle del puerto de Luarca, escenario del Festival de Blues de Asturias
Luarca, Asturias — Wolffoxylady / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Der Rest des Programms vervollständigt das Bild. Los Gumbo — das Kanarische Duo aus Alberto Gulias und Reinaldo Rivero, sechzehn Jahre unbedingte Hingabe an amerikanische Roots-Musik ohne Playback — bringen ein elektrisches und organisches Format mit, das sie bereits auf texanische Bühnen geführt hat. Barcelonas Rambalaya, aufgebaut rund um die Stimme von Jonathan Herrero, kommt mit Streicherarrangements und Backgroundchören aus Plays for the Brokenhearted, einem Album, das Soul und Rhythm and Blues als lebendige Tradition behandelt. Das lokale und regionale Bild wird ergänzt durch Bindy Bazaar (Soul, Funk, Rock, Blues und Country in freier Mischung), die rohe Kraft der Blackboard Blues Band, das intime Duo Sil Fernández und Álvaro Bárcena sowie Sr. Mo — der asturische One-Man-Band-Künstler, der seine Instrumente aus recycelten Alltagsgegenständen baut.

Der Plaza Alfonso X el Sabio liegt im Herzen der Altstadt von Luarca, wenige Schritte vom Hafen entfernt, der dem Dorf seine charakteristische Silhouette verleiht: weiße Fassaden über dem kantabrischen Tidekanal, Fischerboote im Hafen, der Leuchtturm auf dem Felsen. Die Restaurants und Tavernen des Concejo de Valdés planen ein Blues-und-Südstaaten-Menü für die drei Festivaltage. Übernachtungsmöglichkeiten im Dorf sind begrenzt — eine frühzeitige Buchung wird empfohlen.

Das V Festival de Blues de Asturias findet vom 10. bis 12. Oktober auf dem Plaza Alfonso X el Sabio in Luarca statt. Der Eintritt ist frei.

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