Kino

Alicia Vikander: Die Oscargewinnerin, die ihr eigenes Erbe öffentlich in Frage stellt

Penelope H. Fritz

Das Letzte, was Alicia Vikander öffentlich über The Danish Girl gesagt hat, war, dass der Film ihr heute „extrem veraltet“ vorkommt. Sie war diejenige, die dafür den Oscar gewonnen hatte.

Das ist die spezifische Spannung in ihrer Karriere: ein Jahrzehnt des Aufbauens auf einem Fundament, das sie mitgelegt hatte—und dann die Arbeit, dieses Fundament öffentlich zu hinterfragen, bevor ihr jemand Schweigen vorwerfen konnte. Die meisten Schauspielerinnen, die den Oscar gewinnen, verbringen die nächsten zehn Jahre nicht damit, das Publikum einzuladen, den Wert dieser Auszeichnung genauer zu betrachten. Vikander schon.

Eine Schauspielerin war sie ursprünglich nicht. Mit neun Jahren begann sie mit dem Balletttraining, zunächst an der Svenska Balettskolan in Göteborg, später an der Oberschule des Königlichen Schwedischen Balletts in Stockholm, wohin sie mit fünfzehn allein umzog. Zweimal wurde sie von Schauspielschulen abgelehnt. Sie hatte bereits eine Zulassung zum Jurastudium, als sie für die Hauptrolle in Pure besetzt wurde.

Pure (2010) von Lisa Langseth brachte ihr den Guldbagge-Preis als beste Hauptdarstellerin—Schwedens bedeutendste Filmauszeichnung. Zwei Jahre später führte Eine königliche Affäre, ein dänischer Film, in dem sie Königin Caroline Mathilde neben Mads Mikkelsen spielte, sie in den europäischen Kinomarkt ein.

Die Zusammenarbeit mit Alex Garland veränderte das Register. In Ex Machina (2014) spielte sie Ava, eine künstliche Intelligenz, die testen soll, ob der Mann, der sie beobachtet, ihr bei der Flucht hilft oder sie verrät. Die Academy ordnete sie der Nebendarstellerinnen-Kategorie zu—eine Entscheidung, die Filmkritiker bis heute diskutieren.

Alicia Vikander
Alicia Vikander.

The Danish Girl, das im folgenden Jahr erschien, brachte den Oscar für die beste Nebendarstellerin. Sie spielte Gerda Wegener, die Künstlerin, die mit Lili Elbe verheiratet war, gespielt von Eddie Redmayne. Der erste Empfang des Films war positiv; der der folgenden Dekade erheblich komplizierter. Die zentrale Besetzungsentscheidung—ein cisgender Mann als eine der ersten dokumentierten Transfrauen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog—wurde zu einem Bezugspunkt in anhältenden Debatten über Repräsentation im Film. Anfang 2025 wartete Vikander nicht, bis diese Debatte sie einholte. Sie sagte gegenüber British Vogue, der Film fühle sich „extrem veraltet“ an, und ergänzte: „Die Kritik verstehe ich vollkommen, denn wir brauchen Veränderung.“

Das Jahrzehnt nach The Danish Girl brachte eine der merkwürdigeren Karrierekurven im aktuellen Hollywood. Jason Bourne ließ sie in eine große Franchise einsteigen; das 2018er Tomb Raider-Reboot stellte sie in deren Mittelpunkt. Keine der beiden etablierte eine dauerhafte Franchise. MGM ließ die Rechte verfallen.

Ihre Mutter, Maria Fahl—eine schwedische Theaterschauspielerin, deren jahrzehntelanges Bühnenwerk Vikanders Haltung zum Handwerk geprägt hatte—starb im Dezember 2022 in Portugal. In den Jahren danach bewegte sich Vikander auf mutigeres Terrain: Irma Vep (2022), Olivier Assayas’ HBO-Serie, in der er seinen eigenen Film von 1996 neu bearbeitet; Rumours (2024), Guy Maddins Horrorkomödie neben Cate Blanchett; The Assessment (2024), ein Science-Fiction-Thriller.

Alicia Vikander
Alicia Vikander.

Sie hat zwei junge Söhne mit dem Schauspieler Michael Fassbender, den sie 2017 heiratete und am Set von The Light Between Oceans (2016) kennenlernte. Der Ausblick auf 2026 ist der vielfältigste ihrer Karriere: Hope, Na Hong-Jins Science-Fiction-Film, gedreht in Südkorea mit Fassbender, Hoyeon und Taylor Russell; The Last Day, Regie Rachel Rose; The Echo Chamber, nach einem Skript von Bernardo Bertolucci. Sie hat außerdem ihre Teilnahme an Die Frau vom Meer, einer Ibsen-Adaption unter der Regie von Simon Stone mit Andrew Lincoln, bestätigt.

Alicia Vikanders nächstes Jahrzehnt hat andere Koordinaten als das soeben abgeschlossene—weniger Preis-saison, mehr Risiko und eine sichtbare Bereitschaft, öffentlich neu zu rahmen, was das erste bedeutete. Sie bleibt eine der wenigen Persönlichkeiten des zeitgenössischen Kinos, die gleichzeitig Autorenfilm und Blockbuster tragen können—nicht weil sie einen Weg gefunden hat, beides zu versöhnen, sondern weil sie immer wieder die Version wählt, die die andere nicht replizieren kann.

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