Kino

Arnold Schwarzenegger: der Mann, der sich immer wieder neu erfand — und es nicht lassen kann

Penelope H. Fritz

Irgendwann im Jahr 2026 beginnt Arnold Schwarzenegger, King Conan zu drehen. Er ist 77 Jahre alt. Die Figur, die ihm 1982 den Einstieg nach Hollywood ermöglichte, wird ihn womöglich bis ins Kino 2028 begleiten. Man könnte darin Nostalgie sehen. Wer Schwarzeneggers Biografie kennt, erkennt darin etwas anderes: die Konsequenz eines Mannes, der einen Plan mit siebzehn Jahren schrieb und ihn seitdem mit einer Präzision abgearbeitet hat, die keine Abweichung kannte.

Er wurde in Thal, einem Dorf bei Graz in der Steiermark, als zweiter Sohn eines Polizeichefs geboren, der für seinen Sohn eine solide Ausbildung und einen geordneten Beruf vorgesehen hatte. Arnold entdeckte mit fünfzehn Jahren das Gewichtheben. 1967 gewann er als Zwanzigjähriger den Titel Mr. Universe — der jüngste Champion in der Geschichte des Wettbewerbs. Zwischen 1970 und 1975 kamen sieben Mr.-Olympia-Titel hinzu, ein achter folgte 1980 unter Umständen, die die Bodybuildingwelt bis heute nicht vollständig akzeptiert hat.

Die Dokumentation Pumping Iron von 1977 zeigt erstmals öffentlich, was er wirklich ist. Schwarzenegger erklärt vor der Kamera ohne jede Scham, wie er seine Gegner psychologisch destabilisiert, noch bevor der Wettkampf beginnt. Conan der Barbar öffnet 1982 die Tore Hollywoods. Der Terminator, zwei Jahre später, definiert ihn. Was folgte, ist das bekannteste Repertoire des Actionkinos: Predator, Die totale Erinnerung – Total Recall, Terminator 2 – Tag der Abrechnung — mit 519 Millionen Dollar Welteinnahmen 1991 der kommerziell erfolgreichste Film des Jahres —, Wahre Lügen.

Zwei Episoden gehören zur vollständigen Biografie. Erstens: der Mr.-Olympia-Sieg von 1980, den weite Teile der Bodybuilding-Szene bis heute für fragwürdig halten. Zweitens: Im Mai 2011, wenige Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur, wurde bekannt, dass er während seiner Ehe mit der Journalistin Maria Shriver einen Sohn, Joseph Baena, mit einer Hausangestellten, Mildred Patricia Baena, gezeugt hatte. Das Kind war im gemeinsamen Haushalt aufgewachsen. Shriver hatte es nicht gewusst. Die Ehe zerbrach; die Scheidung wurde 2021 rechtskräftig.

Als Gouverneur von Kalifornien hinterließ er ein konkretes politisches Erbe: das California Global Warming Solutions Act von 2006, das erste Emissionshandelsgesetz eines US-amerikanischen Bundesstaates. Die Schwarzenegger Climate Initiative und der Österreichische Weltklimagipfel, den er jährlich in Wien ausrichtet, gehen auf dieses Gesetz zurück.

FUBAR, die Netflix-Spionagestaffel, die er ab 2023 trug, übertraf die Erwartungen: Staffel 1 erreichte in 92 Ländern die Top Ten der Plattform. Staffel 2, im Juni 2025 erschienen, wurde trotz solider Quoten abgesetzt. King Conan kommt 2028. Im Dezember 2026 erscheint The Man with the Bag auf Prime Video, eine Weihnachtskomödie mit Alan Ritchson.

Mit 77 Jahren stellt Schwarzenegger weiter die Frage, was sein Körper auf der Leinwand bedeuten kann — eine Frage, die die meisten Schauspieler seiner Generation längst aufgegeben haben. Dass er sie noch stellt, ist, zumindest, konsequent.

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