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Ralph Fiennes, drei Oscar-Nominierungen und der Schauspieler, den Hollywood nie einordnen konnte

Penelope H. Fritz

Zwischen Amon Göths kalkulierter Grausamkeit und Kardinal Lawrences erschütterter Autorität in Conclave liegt der eigentliche Ralph Fiennes — ein Schauspieler, den Hollywood maßlos bewundert, nie ausgezeichnet und nie wirklich eingeordnet hat. Drei Oscar-Nominierungen in dreißig Jahren, kein Preis, und eine Karriere, die sich beharrlich weigert, so zu wirken, als bräuchte sie ihn.

Was Fiennes ungewöhnlich macht, ist, dass sein bekanntestes Bild nicht das ist, das er wählte. Er ist nicht in erster Linie ein Schauspieler von Schurken. Er absolvierte die Royal Academy of Dramatic Art, verbrachte Jahre bei der Royal Shakespeare Company und dem National Theatre und arbeitete sich durch das gesamte Shakespeare-Kanon, bevor das Kino einen ernsthaften Anspruch auf ihn erheben konnte. Die Schurkenrollen kamen später — weil er verstand, was ernsthaftes Spielen im Genrekino möglich macht: eine Figur, die absolut glaubt, was sie tut.

Ralph Nathaniel Twisleton-Wykeham-Fiennes wurde am 22. Dezember 1962 in Ipswich, Suffolk, als ältestes von sechs Kindern einer Künstlerfamilie geboren. Sein Vater war Landwirt und Fotograf; seine Mutter, Jennifer Lash, Schriftstellerin. Er studierte zunächst Malerei, bevor er zur RADA wechselte, wo er 1985 seinen Abschluss machte. Seine ersten Berufsjahre verbrachte er fast ausschließlich auf der Bühne. Sein Broadway-Hamlet brachte ihm 1995 einen Tony Award ein. Er war, vor allem anderen, ein Theaterschauspieler.

Das Filmgeschäft entdeckte ihn in Phasen, und die erste war gewaltsam. Spielberg besetzte ihn als Amon Göth in Schindlers Liste — den Kommandanten von Auschwitz-Birkenau, dessen Kombination aus bürokratischer Effizienz und persadistischem Sadismus die Figur weniger wie ein Monster erscheinen ließ als wie einen Mann, der einfach andere Entscheidungen getroffen hatte. Fiennes gewann den BAFTA als bester Nebendarsteller und erhielt seine erste Oscar-Nominierung. Drei Jahre später stellte ihn Der englische Patient ins Zentrum eines anderen Films — László Almásys besessener Romantik als Porträt eines Mannes, der zu präzise über Schönheit ist, um den Krieg um ihn herum zu überleben. Zweite Nominierung. Zwei Filme, zwei Nominierungen, kein Preis.

Die folgenden Jahre verweigerten den naheliegenden Karrierebogen. Der ewige Gärtner gab ihm 2005 Justin Quayle, einen trauernden Diplomaten. Ebenfalls 2005 wurde er Lord Voldemort und war sechs Jahre lang das bekannteste Gesicht der profitabelsten Filmfranchise der Welt. Brügge sehen… und sterben? von Martin McDonagh war 2008 der Film, der die Diskussion darüber verschob, was er leisten konnte — als Harry, ein Londoner Gangster mit einem Ehrenkodex so selbstgerecht, dass er komisch wird, absolut ernst gespielt.

Er begann zu inszenieren. Coriolan (2011), The Invisible Woman (2013) und Der weiße Rabe (2018) — Nurejews sowjetischer Übertritt 1961 — bilden eine Regisseurstimme, die das Volumen seiner Schauspielkarriere beständig und teilweise verdeckt hat. In den Jahren dazwischen spielte er M in der Bond-Trilogie ab Skyfall, lieferte die Wes-Anderson-Leistung in Grand Budapest Hotel ab und erschien in The Menu (2022).

Conclave von Edward Berger brachte ihm 2025 seine dritte Oscar-Nominierung ein — mit einundsechzig Jahren. Er verlor erneut, diesmal an Adrien Brody.

Seitdem hat Fiennes sein Opern-Debüt als Regisseur gegeben — Eugen Onegin an der Opéra de Paris im Januar 2026. Derzeit ist er im West End in David Hares Grace Pervades zu sehen. Bevorsteht: The Hunger Games: Sunrise on the Reaping, das Periodendrama Embers mit Viggo Mortensen sowie eine Komödie nach Yasmina Rezas Kunst mit Fernando Meirelles. Die Oscars werden vermutlich noch eine weitere Gelegenheit bekommen.

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