Wirtschaft und Finanzen

Airbus macht den A400M zum Feuerlöschbomber für Europas Waldbrände

Victor Maslow

Die Waldbrandsaison in Europa überfordert zunehmend die Löschflotten, die sie eindämmen sollen. Der Canadair-Wasserbomber, seit Jahrzehnten das Arbeitstier der kontinentalen Luftbekämpfung, befördert pro Abwurf zwischen 5.000 und 6.800 Liter. Der Militärtransporter Airbus A400M, ausgestattet mit einem ein- und ausbaubaren Löschmitteltank, liefert bis zu 20.000 Liter – das entspricht in etwa drei Canadairs in einem einzigen Anflug.

Dieser Vergleich ist das wirtschaftliche Argument. Während Waldbrände mehr als 220.000 Menschen aus Südfrankreich und Spanien zur Evakuierung zwingen, setzt Airbus Defence and Space ein bis vor kurzem zweijähriges Forschungsprojekt erstmals bei echten Bränden ein. Eine A400M der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte hat vor den heranrückenden Flammen bei Bordeaux Löschmittelstreifen abgelegt – der erste reale Einsatz eines Systems, das einen Notfall brauchte, um sich zu beweisen.

Die Ausrüstung erfordert keine dauerhaften Veränderungen an der Flugzeugzelle. Entfernt man sie, kehrt die Maschine innerhalb weniger Stunden zu ihrer militärischen Transportrolle zurück. Diese Umrüstbarkeit ist das architektonische Argument: Regierungen, die bereits A400M betreiben – Frankreich, Spanien, Deutschland, die Türkei, das Vereinigte Königreich – können eine schwere Luftlöschfähigkeit aktivieren, ohne eine neue Flugzeugklasse kaufen zu müssen. Airbus entwickelte das Ein- und Ausbausystem in Partnerschaft mit dem französischen Militärluftfahrtexpertisezentrum und der Zivilschutzdirektion, gezielt um die kommerzielle Attraktivität des Flugzeugs zu steigern und seine Produktionslaufzeit über die bestehenden europäischen Bestellungen hinaus zu verlängern.

Hinter der humanitären Rahmung verbirgt sich eine härtere Lesart. Die A400M hat nicht das internationale Verkaufsvolumen erreicht, das Airbus beim Start prognostiziert hatte. Die Löschausrüstung ist teilweise eine Leistungsdemonstration, die auf potenzielle Kunden in brandgefährdeten Regionen abzielt – Südeuropa, Nordafrika, Australien, der Westen der USA – die sich noch nicht für die Plattform entschieden haben. Eine Waldbrandsaison, die vom Satelliten aus sichtbar ist und über mehrere Sprachmärkte hinweg berichtet wird, ist nach jedem betriebswirtschaftlichen Maßstab ein ungeplantes Werbeereignis.

Die Skepsis, der das Programm ausgesetzt ist, ist struktureller Natur. Luftgestützte Bekämpfung ergänzt die Bodentrupps – sie ersetzt sie nicht. Die A400M kann das Dreifache dessen abwerfen, was ein Canadair transportiert, aber ein einzelnes Flugzeug kann nicht an drei Orten gleichzeitig sein. Spanien hat angekündigt, seine Flotte auf die gleiche Ein- und Ausbaukonfiguration umzustellen; bis diese Kits einsatzbereit sind, ist Frankreich der einzige Betreiber, der Live-Missionen fliegt. Was Airbus bewiesen hat, ist die Technologie. Was es noch nicht bewiesen hat, ist die Logistik: wie schnell europäische Betreiber eine glaubwürdige Löschflotte koordinieren können, wenn eine Krise es verlangt, und nicht, wenn ein Beschaffungszyklus es erlaubt.

Der nächste Test ist ebenso politisch wie aeronautisch. Die Luftlöschreserve der Europäischen Union – rescEU – umfasst derzeit keine Assets der A400M-Klasse. Ob Brüssel dieses Mandat auf umgerüstete Militärtransporter ausweitet, wird darüber entscheiden, ob Airbuses Waldbrandfähigkeit ein französisches Experiment bleibt oder zum Rückgrat einer kontinentalen Reaktion wird.

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