Fernsehen

Sweet Deceit bei HBO Max: Food Networks Antwort auf Is It Cake? lässt zubeißen

Martha O'Hara
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Das Poster zu „Sweet Deceit“ zeigt einen menschlichen Schädel auf einem dunklen Holzregal, beleuchtet von einer einzelnen roten Kerze. Dahinter leuchtet unscharf ein Halloween-Kürbis. Ein Stück der Schädeldecke fehlt; in der Lücke sind roter Red-Velvet-Biskuit und ein Streifen heller Creme zu sehen. Dieses Bild bringt die Idee der neuen Halloween-Backshow von Food Network auf den Punkt: In dem von Josh Peck moderierten Format, das auf HBO Max zu sehen ist, könnte alles im Raum Kuchen sein – und herausfinden lässt sich das nur, indem man hineinbeißt.

In „Sweet Deceit“ treten Dreierteams an realen Schauplätzen an, wo zwischen gewöhnlichen Gegenständen hyperrealistische Kuchen versteckt sind. Jede Folge besteht aus 4 Runden, die von Runde zu Runde schwieriger werden. Die Fälschung zu entdecken, reicht nicht. Ein Team muss in seinen besten Tipp beißen, um ihn zu überprüfen; nur wer den Raum richtig einschätzt, gewinnt das Preisgeld. Die täuschend echten Kuchen stammen von wechselnden Gastkünstlern: Jose Barajas, Jonny Manganello, Andrew Fuller, Ashley Holt, April Julian und Liz Marek.

Als Food Network die Serie ankündigte, kam vielen sofort „Is It Cake?“ in den Sinn: Bei dem Netflix-Wettbewerb, moderiert von Mikey Day, kreieren Bäcker Kuchen, die wie Alltagsgegenstände aussehen. Gastjuroren versuchen dann aus der Entfernung, in einer Reihe echter Objekte den falschen Gegenstand zu erkennen. Dort liefert das Messer des Moderators die Antwort. „Sweet Deceit“ ändert 2 Regeln: Die Objekte stehen nicht mehr auf Podesten in einem Studio, sondern befinden sich an Schauplätzen, die bereits ihre eigene Unordnung mitbringen. Und statt dem Auge entscheidet der Mund. Die ratenden Teams müssen die Antwort selbst mit den Zähnen überprüfen.

Die Schauplätze sind der stärkste Beleg für das Konzept. Die Halloween-Ausgabe „Sweet Deceit: Trick or Treat“ wurde in echten Spukhäusern, einer Kulisse für eine Filmleichenhalle, einem für eine Halloween-Party dekorierten Kindergarten und im Magic Castle gedreht, dem Hollywood-Clubhaus der Academy of Magical Arts. Mehrere dieser Räume sind ohnehin darauf ausgelegt, das Auge zu täuschen: Requisiten in Spukhäusern sollen etwas anderes darstellen, und eine Leichenhalle als Filmkulisse ist eine für die Kamera gebaute Fälschung. Einen Kuchen in einem leeren, weißen Studio zu verstecken, ist eine Herausforderung für die Bildhauerei. Das Konzept legt nahe, dass es eine ganz andere Aufgabe ist, ihn zwischen Requisiten zu verbergen – eher Ausstattung als Bildhauerei. Denn der Kuchen muss wie ein Teil eines Ortes wirken, der nicht für ihn geschaffen wurde.

Das Magic Castle ist die treffendste Wahl unter den angekündigten Schauplätzen. Es ist ein privater Club für Zauberkünstler, die mit gezielter Ablenkung ihren Lebensunterhalt verdienen. „Sweet Deceit“ macht daraus ein Set, auf dem die Täuschung mit Biskuit, Buttercreme und Zucker gelingt.

Josh Peck ist das Gesicht, das die Runden zusammenhält. Eine Generation von Zuschauern kennt ihn aus Nickelodeons „Drake & Josh“, Kinogänger aus „The Wackness“. In den vergangenen Jahren hat er sich mit Comedyvideos und einem Podcast zudem ein Onlinepublikum aufgebaut – ein Tonfall, der gut zu einem Spielshow-Moderator passt. Peck sagte, die Show vereine „all meine Lieblingssachen: Essen, Spaß und Täuschung“. Den Teams dabei zuzusehen, wie sie „ihren Worten Taten folgen lassen“, habe jede Auflösung „zu einem Riesenspaß“ gemacht.

Food Network behandelt die Serie wie seine Backshow-Reihen: als festen Bestandteil des Jahresprogramms. Betsy Ayala, Präsidentin des Senders, bezeichnete sie als „eine witzige und visuell reizvolle neue Spielshow, die der Kunst der Illusion eine urkomische Wendung gibt“ und als „die perfekte Ergänzung für das Backprogramm von Food Network“. Die 1. Staffel ist in 2 Themenblöcke mit jeweils 8 Folgen aufgeteilt: zuerst die Halloween-Ausgabe, danach „Sweet Deceit: Holiday“, angesiedelt in einer gemütlichen Hütte, auf einer Eisbahn und in Santas Werkstatt. Das folgt dem saisonalen Rhythmus von „Halloween Baking Championship“ und „Holiday Baking Championship“, die auf demselben Sender laufen und bei denen die Zuschauer in einem bestimmten Monat eine bestimmte Art von Kuchen erwarten. Lando Entertainment produziert die Serie für Food Network.

„Sweet Deceit“ startet zunächst als Kabel-TV-Premiere und ist anschließend auf HBO Max zu sehen: Jede Folge wird dort am Tag nach der Fernsehausstrahlung veröffentlicht. So landet ein Format von Food Network im selben Katalog wie die übrigen nichtfiktionalen Sendungen von HBO Max. Außerhalb der USA hängt die Verfügbarkeit vom Angebot von HBO Max im jeweiligen Markt ab.

Damit bleibt eine Frage, die sich vor der Kamera nicht beantworten lässt. Je besser die Arbeit eines Tortenkünstlers ist, desto weniger sieht sie nach Essen aus – und die Regeln von „Sweet Deceit“ umgehen das, indem sie die Entscheidung ganz vom Sehen lösen. Wenn erst ein Bissen verrät, ob etwas Kuchen oder das nachgebildete Objekt ist: Ist das, was diese Künstler schaffen, noch ein Dessert oder bereits eine Skulptur, die zufällig essbar ist?

„Sweet Deceit: Trick or Treat“ startet am Montag, dem 5. Oktober 2026, um 22 Uhr ET/PT (10 pm ET/PT) mit 2 direkt aufeinanderfolgenden Folgen auf Food Network. Am nächsten Tag werden die Folgen auf HBO Max gestreamt. Die Halloween-Ausgabe umfasst 8 Folgen; neue Episoden laufen montagabends. Anschließend folgt „Sweet Deceit: Holiday“ mit 8 weiteren Folgen ab Montag, dem 16. November, um 21 Uhr ET/PT (9 pm ET/PT). Damit umfasst die 1. Staffel insgesamt 16 Folgen. Die Teams spielen um einen Gesamtgewinn von bis zu 12000 Dollar. Moderiert wird die Serie von Josh Peck; produziert wird sie von Lando Entertainment für Food Network.

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